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Artikel zum Projekt DAS ORAKEL VON BERLIN

Befragen wir bald das Orakel von Berlin?
 Der Platz ist besser als sein Ruf. „Provinzielle Sozialbau-Idylle  ohne städtisches Leben“ oder „Sündenfall“ lauten die vernichtenden  Urteile über das Rondell am südlichen Ende der Friedrichstrasse. Dabei  hat der Mehringplatz einen – im autogeplagten Berlin – großen Vorteil:  Er ist ruhig, der Verkehr bleibt außen vor. Nun gut, die Gebäude – von  Hans Scharoun 1962 entworfen und Anfang der 70er-Jahre von Werner  Düttman ausgeführt – gehören sicher nicht zu den schönsten der Stadt.  Aber welche Gebäude der Siebziger haben heute noch Bestand? Welche sieht  man sich gern an? Etwa den „Sozialpalast“ an der Potsdamer Strasse oder  den Bierpinsel in Steglitz? Da ist der Mehringplatz schon fast eine  freundliche Idylle. Zumal der Ort Tradition hat. Neben Pariser und  Leipziger Platz gehörte er zu den drei barocken Stadtplätzen, die  Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. um 1734 anlegen ließ. Alle drei Orte  dienten zunächst auch als Marktplatz und Exerzierfeld. 1815 wurde das  Rondell nach dem belgischen Belle-Alliance benannt, in dessen Nähe  Napoleon besiegt worden war (die Schlacht ist heute eher als jene von  Waterloo bekannt). Noch heute steht die 19 Meter hohe Friedenssäule –  1834 errichtet – die ebenfalls an die Befreiungskriege erinnert. Der  Platz war beliebt und belebt. In den Erdgeschossen lagen Weinhandlungen,  Cafès, auch eine Apotheke. Und er war ein Verkehrsknotenpunkt mit 19  Straßenbahn-, vier Omnibus- und zwei U-Bahn-Linien. Doch dann kam der 3.  Februar 1945, an dem 1500 amerikanische Flugzeuge die Innenstadt in ein  Flammenmeer verwandelten. 1946 nach dem linken Publizisten Franz  Mehring benannt, lag der Platz lange brach. Aus heutiger Sicht hätte man  ihn wohl wieder aufbauen können, doch die Stadtplaner hatten anderes im  Sinn. Zum Beispiel eine Autobahn, die nördlich am Mehringplatz  verlaufen sollte, doch die Mauer verschonte Kreuzberg vor diesem Horror.  Im September 1975 wurde der Platz samt den dahinter liegenden  Wohntürmen fertig. Wohlwollend hieß es in der Wochenzeitschrift „Die  Zeit“: „Es macht offensichtlich Spaß, hier zu leben.“ Mittlerweile sieht  der Platz etwas trist aus: das Grün ungepflegt, die Wände beschmiert.  Doch die Mauern werden demnächst gestrichen. Und wenn alles klappt (und  6,5 Millionen Mark zusammenkommen), dann wird der Mehringplatz im  nächsten Jahr zu einem großen Kunstwerk – genannt „Das Orakel von  Berlin“. Der Künstler Bonger Voges will auf den Dächern 64  verschiedenfarbige Metallfahnen installieren. Wer Fragen an sich oder  das Leben hat, begibt sich zu jener Farbe, von der er sich angezogen  fühlt. Am Fuße findet er das Orakel, das sich an dem chinesischen „I  Ging“ orientiert. Mit dem „Orakel“ (und einer gepflegten Grünanlage)  könnte der Platz tatsächlich zu einer Idylle mitten in Kreuzberg werden,  wo man gern verweilt und die Großstadthektik hinter sich lässt.
Berliner Illustrierte – Sonntag, 23. Januar 2000. Dirk von Nayhauß 

Artikel zur Ausstellung VOM RONDELL ZUM BELLE ALLIANCE ZUM MEHRINGPLATZ

 Sieges-Symbole zerstört?
 Das Rätsel um die vier verschwundenen Skulpturen rund um die Friedenssäule auf dem Kreuzberger Mehringplatz scheint gelöst. Seit Wochen ist der Konzeptkünstler Bonger Voges auf der Suche nach den Standbildern, die seit einer Bombennacht am 3. Februar 1945 spurlos verschwunden sind. Jetzt meldete sich das Kreuzberg Museum in der Adalbertstraße mit einem Hinweis: In archivierten Akten des Bezirksamtes aus dem Jahre 1952 sei vermerkt, dass die Skulpturen „vollkommen zerstört“ und „nicht mehr vorhanden“ seien.
 Voges will trotzdem nicht aufgeben. Er nehme die Hinweise des Museums zwar zur Kenntnis, aber es sei dennoch durchaus möglich, dass die Figurengruppen „überlebt“ haben und sich in irgendeinem Depot oder Lapidarium befinden: „Wir werden die Suche nicht gänzlich abbrechen und sind für jeden weiteren Tipp dankbar.“ Bei den verschwundenen Steinbildern handelt es sich um Arbeiten der Bildhauer A. Fischer und J. Franz, die im Jahr 1875 rund um die 19 Meter hohe Friedenssäule aufgestellt wurden. Die Säule erinnert an die Befreiungskriege von 1813 bis 1815. Die Figurengruppen wiederum symbolisieren die beteiligten Siegermächte Preußen, England, Niederlande und das Königshaus Hannover. Wie berichtet, hat Bonger Voges ein Konzept zur Neugestaltung des Mehringplatzes entwickelt – unterstützt von der Bürgerinitiative „Orakel von Berlin“, die sich der Restaurierung des ehemaligen „Belle-Alliance-Platzes“ verschrieben hat und inzwischen mehr als 50 Mitglieder zählt. Voges ist der Vorsitzende. Erste Instandsetzungsarbeiten der auffälligen Randbebauung – entworfen von dem ehemaligen Senatsbaudirektor Werner Düttmann und dem berühmten Architekten Hans Scharoun – wurden bereits begonnen. Etliche Fassaden sind bereits renoviert, jetzt sollen die inzwischen verwilderten Grünanlagen neu geordnet werden. Wer sich über die Pläne genauer informieren will, hat dazu in einer Dauerausstellung in der Friedrichstraße 246 Gelegenheit. Dort ist man auch über jeden Hinweis über den Verbleib der verschwundenen Skulpturen dankbar. Hinweise werden auch unter der Telefonnummer 25 29-46 66 entgegengenommen.
Berliner Morgenpost Montag, 13. März 2000, Uwe Dannenbaum  
Das Orakel von Berlin auf Spurensuche
Bürgerinitiative will Mehringplatz und Umfeld restaurieren
 Ein Rätsel, das seit 55 Jahren ungelöst ist. Wo sind die vier  Skulpturen geblieben, die bis Kriegsende um die Friedenssäule auf dem  Kreuzberger Mehringplatz standen? Eine Bürgerinitiative hat es sich  jetzt zur Aufgabe gemacht, die verschwundenen Standbilder aufzuspüren.  Ebenso zwei verloren gegangene Figurengruppen, die zur Halleschen-  Tor-Brücke gehören. Überdies setzen sich die etwa 50 Mitglieder für eine  radikale Neugestaltung des Platzes ein- einen der wichtigsten  Schnittpunkte in der Berliner Stadtlandschaft.
 Die Geschichte des historischen Areals am oberen Ende der  Friedrichstraße recht weit zurück. 1734 wurden in Berlin drei Plätze  angelegt – das Achteck (Leipziger Platz), das Karee (Pariser Platz und  das Rondell, der heutige Mehringplatz. Bis 1947 trug er den stolzen  Namen Belle-Alliance-Platz, ehe er nach dem Publizisten und Historiker  Franz Mehring umbenannt wurde. Die Platzmitte ziert eine Friedenssäule –  in Erinnerung an die Befreiungskriege (1813-1815). Um die Säule standen  vier Skulpturen, die 1875 aufgestellt wurden – Arbeiten der Bildhauer  A. Fischer und J. Franz. Die symbolträchtigen Figuren standen für die  beteiligten Siegermächte – Preußen, England, Niederlande und das  Könighaus Hannover. In den letzten Kriegstagen 1945 bot der Platz ein  Bild der Verwüstung. In der Mitte wurden Leichen aufgebahrt – Opfer der  schrecklichen Bombennächte. Die Überlebenden wohnten in Häusern ohne  Dächer und Außenwände oder in den Kellern auf engstem Raum. Nur zögernd  begannen die Aufräumungsarbeiten. In diesem verheerenden Chaos ging ein  Großteil der schmückenden, prächtigen Bauelemente verloren. Nicht nur  die vier Skulpturen um die Friedenssäule, sondern auch die Figurengruppe  der nahe gelegenen Halleschen-Tor-Brücke – Werke der Bildhauer Otto  Geyer und Julius Moser. Zwei der Brückenfiguren konnten 1986 – mit Hilfe  der Berliner Morgenpost – wieder aufgespürt werden. Sie stehen heute an  alter Stelle. Jetzt setzt sich die Bürgerinitiative „Orakel von  Berlin“, vom Senat und Bezirksamt unterstützt, für eine Neugestaltung  des Platzes ein. Der ungewöhnliche Name der Vereinigung soll bewusst  eine symbolische Anspielung auf das Rondell und die Problematik des  Platzes sein. Wer mehr darüber wissen will: Die rührige Vereinigung  präsentiert sich mit einer Dauerausstellung in der Friedrichstraße 246.  Der Vorstandsvorsitzende Bonger Voges plädiert vor allem für eine  „durchgehende begehbare Sichtachse vom Halleschen Tor bis in die  Friedrichstraße“. Voges: „Diese Achse wird zur Zeit durch einen  nachträglich aufgepfropften Betonriegel an der Halleschen-Tor-Brücke und  durch mehrere aufgestellte Glascontainer in der Friedrichstraße  regelrecht blockiert.“ Überdies fordert die Initiative, die  „verwilderten Grünanlagen zu ordnen und eine neue Farbgestaltung der  Ringgebäude“, die von keinem Geringeren als von Hans Scharoun entworfen  wurden. Ebenso soll nach den verschwundenen Skulpturen gefahndet werden –  in Magazinen, Parkanlagen oder Depots. Hinweise werden unter der  Telefonnummer 252 94 666 entgegengenommen. 
Berliner Morgenpost, April 20
Auf der Suche nach den Siegermächten
Künstler Bonger Voges forscht nach den vier verschwundenen Standbildern vom Mehringplatz

 Ein Künstler ist auf der Suche nach den Standbildern vom  Mehringplatz. Bis vor Kriegsende war die Friedenssäule von vier  Skulpturengruppen umgeben. Doch obwohl zwei Figuren den Krieg  überstanden hatten, sind auch sie verschwunden. Laut einer Denkmalliste  von 1952, die sich im Kreuzberg-Museum befindet, wurden die Figuren in  der Bombennacht am 3. Februar 1945 zerstört. Das scheint nicht zu  stimmen. Der Konzeptkünstler Bonger Voges, der an der Umgestaltung des  Mehringplatzes zum „Orakel von Berlin“ arbeitet, hat mit seinem Verein  „Orakel von Berlin“ nachgeforscht und herausgefunden: „Die Skulpturen  wurden nicht vollkommen zerstört, sie waren zum Teil noch vorhanden.“  Das beweist auch das Foto aus dem Jahr 1947. Im Kreuzberg-Museum fand  der Verein außerdem eine zweite Liste aus dem Jahr 1947. Demnach waren  in dem Jahr “ 2 Gruppen stark beschädigt“ und „2 Gruppen nicht mehr  auffindbar“. Bonger Voges, der den Mehringplatz zu einem großen  Straßenorakel nach chinesischem Vorbild umgestalten will, möchte durch  die Wiederaufstellung der Figuren dem Platz wenigstens einen Teil seiner  historischen Bedeutung wiedergeben. Die Friedenssäule, die noch heute  auf dem Mehringplatz steht, bildet mit den Skulpturen eigentlich ein  Ensemble: Sie erinnert an die Befreiungskriege von 1813 bis 1815 und die  vier verschwundenen Figuren – zwischen 1872 und 1875 von den Bildhauern  H. Walger und J. Franz geschaffen – symbolisierten die Siegermächte  Preußen, Hannover, England und Niederlande. Matin Düspohl, Leiter des  Kreuzberg-Museums, befürchtet, dass die Plastiken nicht mehr existieren.  Bonger Voges dagegen vermutet, dass sie vor der Umgestaltung des  Platzes abmontiert worden sind: „Vielleicht stehen sie ja noch in  irgendwelchen Lagern oder bei irgendjemand im Garten.“ Wolfgang  Liebenhenschel, der bis zu seiner Pensionierung das Kreuzberger  Hochbauamt leitete, ist wie Voges, am Verbleib der Skulpturen  interessiert. Vor ein paar Jahren fand er zwei verschollen geglaubte  Standbilder, die am Halleschen Tor, dem Eingang zum Mehringplatz,  gestanden hatten. Sie sind inzwischen an ihren Standort zurückgekehrt.  Liebenhenschel entdeckte auch Marmorsäulen der früheren Hochbahnarkaden  wieder – sie lagen bei einem Kreuzberger Steinmetz, der gerade im  Begriff war, daraus Grabsteine zu meißeln. Der frühere Amtsleiter sieht  eine letzte Möglichkeit, wo man noch suchen könnte: im Märkischen Museum  in Mitte. In dessen Keller, sagt er, lagerten etliche Skulpturen von  Brücken, Häusern und öffentlichen Plätzen, die bis zum Krieg zum  Stadtbild gehört hatten.
Berliner Zeitung Mittwoch, 30. August 2000, Andreas Kopietz

Artikel zum Projekt DAS ORAKEL VON BERLIN

Begegnung mit Konfuzius
 Künstler will den Mehringplatz zum „weltweit ersten Straßenorakel“ machen
 Irgendwann hat sich der Mehringplatz dem Konzeptkünstler Bonger Voges  als Orakel offenbart. Vor fünf Jahren, als er in der Nähe wohnte und  den Platz täglich überqueren musste, tauchten in seinem Kopf Fragen auf:  Warum sehe ich aus, wie ich aussehe? Warum sieht dieser Platz so, wie  er aussieht? Da kam Bonger Voges die Idee: Dieser Platz muss ein Ort der  Kommunikation werden. Noch in diesem Jahr will der 43-Jährige den  Mehringplatz zu einem „Kunstplatz“ machen. Anwohner und Passanten sollen  schon mal darauf eingestimmt werden, dass es hier im nächsten Jahr das  „weltweit erste Straßenorakel“ geben soll. Auf den ringförmigen  Wohnhäusern drehen sich dann 64 Metallfahnen im Wind, davor sind Platten  in den Boden eingelassen, auf denen Rat Suchende Weisheiten des  chinesischen I-Ging lesen können. Sprüche, die vor rund 2500 Jahren der  chinesische Philosoph Konfuzius gesammelt hat. 6,5 Millionen Mark soll  die Umgestaltung des Platzes kosten. Voges hofft auf Sponsoren, die  einen großen Teil beisteuern. „Eine halbe Million haben wir durch  Verträge bereits sicher“, sagt er. Mit weiteren Firmen sind wir im  Gespräch“. Der Rest soll aus Fördertöpfen der  Stadtentwicklungsverwaltung kommen. Wie viel, das will er nicht verraten  ……. 
 Bonger Voges hat sich die Benutzung des Straßenorakels so  vorgestellt: Man überlege sich eine Frage, die man nicht mit Ja oder  Nein beantworten kann und begebe sich zu einer Fahne, deren Farbe einem  im Moment zusagt. Am Fuß der Fahne steht dann die passende Weisheit aus  dem I-Ging, dem Buch der Wandlungen. An den zwei Eingängen zu dem Platz  soll jeweils eine zwölf Meter hohe Figur der Bildhauerin Niki de Saint  Phalle stehen: ein Sonnen- und ein Mondtor. Das Orakel soll ab 2001  gebaut werden. Die Wohnungsbaugesellschaft WIR renoviert zuvor die  umliegenden Häuser und Fassaden. In diesem Jahr will Voges eine  Lichtinstallation in den unteren Beireichen anbringen. Im Boden um den  Brunnen mit der Friedenssäule sollen im Herbst Wegweiser zu kulturellen  Einrichtungen eingelassen werden. Voges und seine Partnerin Kristijana  Penava haben für ihr Projekt unter anderem den Feng-Shui Berater Lin Yun  Thomas (USA) konsultiert und auch Chung Ying Cheng, den Präsidenten des  Vereins für internationale I-Ging Forschung. Auch der chinesische  Botschafter ist von dem Vorhaben begeistert. Mittlerweile kümmert sich  ein ganzer Verein mit dem Namen „Orakel von Berlin“ um das Projekt. Eine  Umgestaltung des Platzes hält nicht nur der Künstler für überfällig.  Auch SPD-Bausenator Peter Strieder ist dafür. Ein Betonriegel mit  Wohnungen verbarrikadiert die Sicht auf den Platz, die Hecken sind  struppig. Recycling-Container blockieren die Friedrichstrasse. Wo heute  noch ein Gestrüpp wächst, sollen später die I-Ging Texttafeln in den  Boden eingelassen werden. Voges: „Der Mehringplatz ist ein  introvertierter Platz, der danach schreit, wieder lebendig zu werden.“  Das findet im Prinzip auch das Landesdenkmalamt. Der Platz steht unter  Denkmalschutz. Somit könnte sogar das Entfernen der Hecken problematisch  werden. „Prinzipiell können wir uns eine ergänzende künstlerische Sicht  vorstellen“, sagt Denkmalschützer Klaus Lingenauber – wenn dadurch die  desolate Situation auf dem Platz beseitigt werde. „Aber es stellen sich  noch eine Menge Fragen.“ In den kommenden Wochen will sich die Behörde  näher mit den Entwürfen beschäftigen. Die Wohnungsbaugesellschaft WIR  unterstützt Voges` Plan. Nur die Betonriegel, den Voges gern abreißen  würde, will die WIR nicht anrühren. „Das stellt sich Herr Voges sehr  einfach vor“, sagt eine Sprecherin. Man kann die Leute nicht einfach  raussetzen. Und weil das Haus öffentlich geförderter Wohnungsbau ist,  müssten wir dann die Mittel zurückzahlen.“ Bonger Voges ist sich sicher,  dass Scharen von Berlinern und Touristen sein Orakel um Rat fragen  werden. „An diesem Platz steigen täglich 15000 U-Bahn-Fahrgäste aus, die  umliegenden Kultureinrichtungen haben neuneinhalb Millionen Besucher im  Jahr.“ In der Nähe liegen mehr als zehn öffentliche Einrichtungen,  unter anderem die Amerika Gedenkbibliothek, das Jüdische Museum und das  Hebbeltheater. Dass sein Orakel-Plan aufgeht, ist für den Künstler keine  Frage: „Das Projekt ist städtebaulich interessant, es ist sozial  interessant. Es ist gut für Berlin.
Berliner Zeitung Mittwoch, 12. April 2000, Andreas Kopietz

Artikel zu Ausstellung RONDELL – BELLE ALLIANCE – MEHRINGPLATZ

Sonnengöttin statt Germanenkrieger. Was meinen Sie?
Hier beginnt eine der berühmtesten Straßen Berlins. Der Start der Friedrichstraße will aber nicht zu ihrem Image passen. Grünflächen sind ungepflegt, Müll liegt herum, triste 70-er Jahre-Bauten sind mit Graffiti beschmiert: Der Mehringplatz ist kein Ort an dem man gerne verweilt. Das soll sich ändern. 
 Er hieß noch Belle-Alliance-Platz, als er beim amerikanischen Bombenangriff am 3. Februar 1945 vollkommen zerstört wurde. Nur die 19 Meter hohe Friedensäule mit Victoria trotzte den Bomben, steht noch heute. Die Säule war 1843 in Erinnerung an die Befreiungskriege gegen den Franzosenkaiser Napoleon errichtet worden. Ebenso wie vier Skulpturen als Symbol der Siegermächte Preußen (Adler), Hannover (Pferd), England (Jaguar) und Niederlande (Löwe). Im Gegensatz zur Säule sind die Standbilder aber seit dieser Bomben-Nacht spurlos verschwunden und völlig in Vergessenheit geraten.

Jetzt erarbeitete der Konzeptkünstler Bonger Voges einen Plan, um den  Platz neu zu gestalten. Sein Konzept, das bis zum nächsten Jahr  verwirklicht werden soll, sieht vor, historische Elemente mit moderner  Kunst zu verbinden. Unter dem Motto „Das Orakel von Berlin – Tor zur  Friedrichstraße“. Dazu sucht Bonger Voges nach den vier verschollenen  Skulpturen, um sie wieder an ihrem historischen Standort aufzustellen.  Wenn Sie etwas über diese Skulpturen wissen, melden Sie sich bei der BZ:  Tel. 2591 3777. 
BZ Freitag, 10. März 2000 Maxi Merkel
Fragen ans Rondell
Der  kürzeste Weg vom U-Bahnhof Hallesches Tor zur Friedrichstraße führt  über den Mehringplatz – der schönste ist es sicher nicht. Doch nicht nur  der ästhetische Anspruch der Passanten soll in Zukunft befriedigt  werden, nein, selbst auf tiefgründige Fragen werden sie hier Antwort  finden. Denn am südlichen Tor zur Friedrichstraße soll ab Dezember 2000  das “Orakel von Berlin” zu bewundern sein. Nach der Idee des  Konzeptkünstlers Bonger Voges wird es so aussehen: Hinweistafeln fordern  den Besucher auf, sich eine Frage auszudenken, auf die man nicht mit ja  oder nein antworten kann. 64 bunte Metallfahnen, die sich auf den  Dächern der umstehenden, rondellförmig angeordneten Gebäude befinden,  sollen je nach momentaner Stimmung den Betrachter besonders anziehen. Am  Fuße der entsprechenden Windtafel findet er die Antwort auf seine  anfangs gestellte Frage. Beim Betreten und Verlassen des Rondells  passiert man zwei zwölf  Meter hohe mit Flügeln und Krallen bestückte  silbrig-glänzende Skulpturen – die Antwort der Künstlerin Niki de  Saint-Phalle auf das historische Hallesche Tor. In einer Ausstellung  kann der Besucher sich bereits jetzt einen Eindruck vom zukünftigen  Orakelplatz machen. Anhand einer Farbkanone kann man dort prüfen, wie  bestimmte Farben auf die eigene Psyche wirken.
Zitty 19/1999

Der alte und der neue Mehringplatz - Drei Namen – drei Geschichten
Von  Belle-Alliance... Einst unter König Friedrich-Wilhelm I. als riesiges  Rondell gebaut, hieß er Belle-Alliance-Platz. Zeitgleich, vor gut 250  Jahren, entstanden auch der viereckige Pariser Platz und der achteckige  Leipziger Platz. Zusammen bilden sie die repräsentativen Knotenpunkte  der damaligen Friedrichstadt. Alle drei Plätze wurden während des  zweiten Weltkrieges nahezu völlig zerstört.
...über Mehring… Nach dem Krieg kam der neue Name: Der Politiker Franz Mehring stand dafür Pate, und Architekten, Bauherren und Stadtplaner versuchten, dem Platz zu neuem Ansehen zu verhelfen.
Durch die Teilung Berlins jedoch verlor er auch die Funktion als wichtiger Verkehrsknotenpunkt und als Tor zur Friedrichstraße. Seine  frühere Anziehungskraft hat er bis heute nicht wiedergewonnen.
…zum Orakel von Berlin. Nun will Bonger Voges, freischaffender Künstler aus München, dem 25.000 qm großen Platz mit einem bisher einmaligen Konzept und großen, weithin sichtbaren Installationen eine neue Bedeutung geben. Voges kreiert den “Orakelplatz”.
"Das Orakel von Berlin” verknüpft Stadtarchitektur, Spiel, westliche Moderne und fernöstliche Weisheit. 64 große, lichtreflektierende Tafeln werden in gleichmäßigen Abständen auf den Dächern des Gebäuderondells installiert, das den Platz umschließt. Wie Fahnen, die der Windrichtung folgen, bilden sie in ihrer Anordnung den Farbspektralkreis. 64 Texttafeln zu ebener Erde ergänzen die Installation. Jede einzelne gibt Antworten auf die “Fragen des Lebens” aus dem 2.500 Jahre alten Weisheitsbuch “I Ging”.
Die Finanzierung wird in erster Linie durch Sponsoren erfolgen, die von  der Werbewirksamkeit des Platzes, den begleitenden Ausstellungen und  Veranstaltungen sowie dem Merchandising- und Kommunikationskonzept  überzeugt sind. Namhafte Persönlichkeiten sowie deutsche, europäische  und chinesische Künstler unterstützen die Realisierung des ersten  Straßenorakels der Welt. So werden z.B. zwei Skulpturen der  französischen Künstlerin Niki de Saint-Phalle errichtet. Der Platz am  Halleschen Tor soll damit endlich zu einer Attraktion Berlins werden und  Anwohner, Berliner und Besucher aus dem In- und Ausland begeistern.
Magazin der AOK Berlin 4/98

Das Orakel von Berlin - Reanimation eines vergessenen Platzes
Inspiriert  durch das altchinesische Weisheitsbuch “I-Ging” entwickelte der  Konzeptkünstler Bonger Voges die Idee zum außergewöhnlichen  Stadtentwicklungsprojekt am Mehringplatz “Das Orakel von Berlin – Neues  Tor zur Friedrichstraße”.

Der im Krieg völlig zerstörte Platz wurde 1973 von den Architekten, Hans  Scharoun und Werner Düttmann, neu gestaltet, doch wurde er seit dem Bau  der Mauer (700 m bis zum Checkpoint Charlie) schwer vernachlässigt und  verwandelte sich allmählich in eine menschenleere Betonlandschaft. Seit  dem fall der Mauer ist der Mehringplatz wieder ein wichtiger  Verkehrsknotenpunkt in der alten-neuen Mitte von Berlin und bildet das  Zentrum kultureller Einrichtungen von internationaler Bedeutung.
Unter  Mitwirkung international anerkannter Künstler wird dieser Platz in eine  Hauptattraktion der neuen Bundeshauptstadt verwandelt – der weltweit  erste Orakelplatz nach Delphi. Das Orakel besteht aus großen, farbigen  Emailletafeln, die auf dem Dach des inneren Gebäuderondells in der  Abfolge des Farbspektrums installiert sind. Den weithin sichtbaren  Farbtafeln sind in den Boden eingelassene Texttafeln zugeordnet, auf  denen die Weisheiten des “I-Gings” (das chinesische “Buch der  Wandlungen”) stehen.
An den  gegenüberliegenden Eingängen des Orakels thronen zwei monumentale  Torskulpturen. Das “Sonnen- und das Mondtor” sind der Beitrag der  französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle zur Neugestaltung des  Platzes.
Um das Orakel zu Rate zu  ziehen betritt man durch die Eingangstore die Mitte des Platzes, stellt  sich eine Frage, die nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden kann und  wählt aus dem Spektralkreis spontan eine Farbe, an deren Fuß die Antwort  geschrieben steht.
Mit dem Orakel  werden auch eine Reihe von Ausstellungen und kulturellen Events, wie  Konzerte und Parties in den vergessenen Teil der Friedrichstraße ziehen.  Durch das einzigartige Projekt wird der Mehringplatz in eine kulturelle  Attraktion verwandelt.
Sein Magazin, November 1999
Faahnen überm Mehringplatz: Was würde Konfuzius dazu sagen?
Geheimnisvoll:  der Mehringplatz als Orakel? 64 Texttafeln mit Sprüchen des  altchinesischen Philosophen Konfuzius sollen Berliner und Touristen  weiser werden lassen. Die Idee dazu hatte der Münchner Künstler Bonger  Voges. Auf dem Dach des Gebäuderondells werden 64 Farbfahnen angebracht.  Zu jeder Fahne gehört eine im Boden eingelassene Orakel-Texttafel.
Und  so geht`s: Man stelle eine Frage, suche sich eine Farbe aus und komme  so zu der Tafel mit der Antwort, erklärte Voges. Ergänzend werden zwei  Skulpturen der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle symbolhaft  das Hallesche Tor markieren.
Sinn der ganzen Sache? Bezirksbürgermeister und Stadtplaner wollen den Platz attraktiver machen.
Die  Wohnungsbaugesellschaft in Berlin zieht mit. 24 Mio. Mark steckte sie  dort bereits in ihre Häuser, weitere 15-20 Mio. Mark sollen folgen.  Voges will sein 4.8 Mio. Mark teures Projekt hauptsächlich durch  Sponsoren finanzieren. “Es sind noch keine Verträge unterschrieben, doch  gibt es ernsthaftes Interesse”, so Voges.  .......
Bild 7. Mai 1998

Erkenne dich selbst
Die  Brücke über den Bosporus verbindet den asiatischen mit dem europäischen  Kontinent. Das Orakel von Berlin schlägt eine gedankliche Brücke zu  chinesischer Tradition. Die Zukunftsdeutung anhand von Zeichen könnte  mit den 64 Tafelfahnen des I Gings praktiziert werden, mit denen der  Künstler Bonger Voges den Mehringplatz für eine zeitlang neu gestalten  wird. Die Frage nach dem Bleiben im Wandel wird sich auch für den  geschichtsträchtigen Ort stellen, der durch das Spiel der  jahrtausendalten Weisheit wiederbelebt werden soll. Die delphische  Bauweise der Lebensparzellen inspirierte den Konzeptkünstler, seine  chinesische Pythia an das südliche Ende der Friedrichstrasse zu setzen,  und die Betonfassaden mit den Metallfahnen und im Boden eingelassenen  Texttafeln mit Sinnsprüchen des alten Meisters Konfuzius zu versehen.  Die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle wird das Terrain noch  mit einem Sonnen- und Mondtor verschönern. Geplant ist die Aktion für  Herbst `99. Zur Eröffnung des Kunstherbstes `98 findet die 1.  Benefizparty für das Orakel von Berlin statt. Mit funk`n`soul, black  magic sound, Thai food, Hafen Cocktails und vielem mehr. Auf zwei  Dancefloors und fünf Lounches werden die DJs Medy S., Pete Soul und  andere Größen die Räume beschallen – Sphinxen, Nixen und Hetären zeigt  die Modeschule Berlin und der Film “Das Monster” von Peter Schamoni  gewährt euch Einblicke in das Leben von Niki de Saint Phalle.
Partisan, Deutschland Oktober 1998

Orakelplatz in Berlin
Der  Münchner Künstler Bonger Voges verleiht dem Mehringplatz im Zentrum  Berlins eine neue Gestalt. Für das weltweit erste Straßenorakel werden,  entsprechend den 64 Zeichen des chinesischen Weisheitsbuches I Ging, in  gleichmäßigen Abständen auf den Dächern des Gebäuderondells 64 große, im  Farbverlauf des Lichtspektrums reflektierende Tafeln installiert. Zu  ebener Erde werden sie ergänzt von 64 Texttafeln mit den Antworten des I  Ging auf die großen Lebensfragen, die bereits der Meister Kungfutse  (Konfuzius) vor 2.500 Jahren begeistert studierte. Am Nord- und  Südeingang des Platzes werden zwei monumentale Skulpturen der  französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle errichtet. Für die  Installation sucht der Künstler noch Sponsoren.
Visionen Magazin, Deutschland 5/98

Rückfrage: Bonger Voges
Für das neue Berlin plant der Konzept-Künstler den weltersten Orakel-Platz
Vogue: Was ist Ihr Orakel-Platz, wo wird er stehen?
Bonger  Voges: Am Anfang der Friedrichstraße. Auf dem kreisförmigen Gebäude  dort werden 64 Farbfahnen angebracht. Unten sind im Boden Tafeln mit  Weissagungen des “I Ging” eingelassen. Eröffnung soll im Jahr 2000 sein.
V: Und wie funktioniert das Prophezeien?
BV:  Der Ratsuchende betritt den Platz durch ein Tor von Niki de Saint  Phalle, stellt sich eine Frage, wählt dann aus dem Spektralkreis spontan  eine Farbfahne, an deren Fuß er die Antwort des altchinesischen Orakels  erfährt.
Vogue Deutschland, Oktober 1998

Spirituelles Bauen
Harte  Investorenherzen entdecken weiche Werte. Für ein internationales  Konsortium projektiert Arata Isozaki eine 400 Hektar große künstliche  Insel im Chinesischen Meer – komplett nach Feng-Shui-Grundsätzen. Haishi  Jimua, die Stadt im Meer, bezieht sich nicht nur in der Form, den  Achsen und mit dem sie durchziehenden Kanal (der ein wenig an Venedigs  Canal Grande erinnert) auf umliegende Berggipfel. Auch alle  Gebäudeformen haben sich dem “Blauen Drachen” (hoch und groß) oder dem  “Weißen Tiger” (flach und klein) unterzuordnen. Am Südufer sollen zwei  Feng-Shui-Türme den Wind beruhigen. In Berlin trifft ebenfalls Westgeld  auf Ost-Mystik; das 2500 Jahre alte chinesische Orakel I Ging soll  helfen, den etwas freudlosen Scharounschen Mehringplatz aufzuwerten. Bis  zum Herbst `99 wird das Rondeel mit farbigen Metallfahnen und 64  Texttafeln zum architektonischen Groß-Orakel ausgebaut.
Architektur und Wohnen mit Ambiente 4/98

Das Orakel von Berlin
Stellen  Sie sich eine Frage, die Sie nicht mit Ja oder Nein beantworten können.  Begeben Sie sich zu der Farbe, die Sie in diesem Moment am meisten  anspricht, und lesen Sie am Fuße Ihrer Tafelfahne den Text des I Ging:  2500 Jahre Weisheit werden Antwort auf Ihre Frage geben.
Dies ist keine verquere Beschreibung zur Öffnung eines Glückskekses,  sondern die Erklärung zum ersten Straßenorakel der Welt. Um den  Mehringplatz, dem “Tor zur Friedrichstraße”, Leben einzuhauchen ist die  Fertigstellung der dauerhaften Attraktion ab April 2000 geplant. Das  künstlerisch-ästhetische Konzept baut auf die Architektur von Scharoun  und Düttmann auf und wurde durch das 2500 Jahre alte chinesische  Weisheitsbuch I Ging inspiriert. Auf dem Dach des Gebäuderondells am  Platz werden 64 Tafelfahnen (Metall, emailliert, Größe 2,5m x 2,5m) in  der Abfolge des Farbspektralkreises angebracht. Sie sind das Signal des  Orakels. Jeder Tafelfahne ist eine im Boden eingelassene Orakeltexttafel  zugeordnet, auf der man eine weise Antwort lesen kann. Durch Wind und  Sonne gibt es das harmonische Wechselspiel der Farben, das ein Blickfang  für Touristen und Einheimische werden soll. 
Die Reise nach Berlin Journey to Berlin Sept./Okt. 1998

Konfuzianische Weisheit gegen Tristesse
Ein “Orakel von Berlin” soll die Wohnqualität am runden Mehringplatz wieder verbessernVon Susanne Ziegert
Fernöstliche Weisheiten soll künftig das “Orakel von Berlin” voraussagen. Der Münchner Künstler Bonger Voges will am Kreuzberger Mehringplatz eine Rauminstallation nach Vorbild des chinesischen I Ging installieren. 64 farbige Metallfahnen sollen sich am inneren Gebäuderondell im Wind drehen. Deutsch-englische Texttafeln am Boden weisen dem Betrachter sein Schicksal.
“Stellen Sie eine Frage, die Sie nicht mit ja oder nein beantworten können. Gehen Sie zur Farbe, die Sie anzieht”, fordert ein Wegweiser auf. Das I Ging (Buch der Wandlungen) antwortet mit einer 2500 Jahre alten konfuzianischen Weisheit. “Dieser Ort soll wieder zum Verweilen einladen”, erklärt Bonger Voges. Der ausgebildete Tänzer und Choreograph arbeitet seit drei Jahren an seinem Projekt. Für die Idee konnte er auch Politiker begeistern. Der Kreuzberger Bürgermeister Franz Schulz: “Das Projekt ist ein gelungener ästhetischer Beitrag, der das Wohnumfeld verbessert.” Seit Jahren wollen Planer den früheren Belle-Alliance-Platz attraktiver machen. Das ursprüngliche Rondell von 1737 war eines der schönsten Stadtplätze Berlins. Nach dem Krieg lag er in Trümmern und wurde Ende der 60er Jahre nach Plänen von Hans Scharoun als Mischung von Sozialwohnungen, Cafés und Geschäften wieder aufgebaut. Doch das Konzept ging nicht auf. Geschäfte sterben in der tristen Umbauung, Spaziergänger kommen nur selten in die verschmutzte Grünanlage in der Mitte.
Durch eine besondere Attraktion an den beiden Eingängen hofft Bonger  Voges künftig auf regen Besucherzulauf. Die französische Bildhauerin  Niki de Saint Phalle baut ein Sonnen- und ein Mondtor. Damit erinnert  sie an das historische Hallesche Stadttor an diesem Ort. Die Kosten für  das Projekt schätzt Voges auf 4,8 Mio. DM. Die Vermarktung des Orakels  als Souvenir soll einen Teil der Summe erbringen. Außerdem geht der  Initiator auf Sponsorensuche. Potentielle Geldgeber sollen einen  Abschnitt des Platzes für 75 000 Mark symbolisch erwerben. Zunächst soll  das Orakel für zehn Jahre auf dem Platz bleiben. Geplanter Baubeginn  ist im Herbst nächsten Jahres – wenn die notwendigen Gelder  zusammenkommen. Doch da ist der Künstler bester Hoffnung. Denn 1998 ist  nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Geldes. ....
Die Welt 7. Mai 1998

“Orakel von Berlin”
Am  Mehringplatz in Kreuzberg wird demnächst das “Orakel von Berlin”  entstehen. Die Idee stammt vom Münchner Künstler Bonger Voges. Das  25.000 Quadratmeter große Areal erhält eine Kunstinstallation, bestehend  aus 64 Metallfahnen, die auf den ringförmig angeordneten Wohnhäusern  angebracht werden. Dazu angeordnet finden sich im Boden eingelassene  Orakel-Texte. Weisheiten, die von dem chinesischen Philosophen Konfuzius  stammen. Weitere Attraktion: ein Sonnentor und ein Mondtor der  französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. Sie sollen das alte  Hallesche Tor markieren. (sk.)
Berliner Zeitung 7. Mai 1998

Vom „Belle-Alliance“ zum Mehringplatz
Der  Mehringplatz hieß entsprechend seiner Kreisform zunächst „Rondell“. Bei  der Erweiterung der südlichen Friedrichstadt hatte ihn Friedrich  Wilhelm I. von 1734 an gleichzeitig mit dem Pariser und dem Leipziger  Platz anlegen lassen. 1815 wurde der Name in Belle-Alliance-Platz  geändert. Diese Bezeichnung erinnerte an den Sieg der preußischen und  englischen Truppen gegen Napoleon bei Belle Alliance in Belgien – besser  bekannt als die Schlacht bei Waterloo. Ebenfalls zum Gedenken an die  Befreiungskriege und den nachfolgenden Frieden wurde 1843 in der  Platzmitte die 19 Meter hohe Friedenssäule mit der Viktoria aufgestellt.  Später folgten weitere Skulpturen, die zum Teil bis heute erhalten  sind.
Im Zweiten Weltkrieg legten  alliierte Bomber den Platz, den sie auch als Orientierungspunkt  benutzten, in Schutt und Asche. Seinen heutigen Namen erhielt er 1947  nach dem sozialdemokratischen Politiker und Historiker Franz Mehring  (1846 bis 1919), der 1916 auch, gemeinsam mit Liebknecht und Luxemburg,  den Spartakusbund mitbegründete.
Anfang  der 60er Jahre gewann Hans Scharoun den Wettbewerb zur Neugestaltung.  Umgesetzt wurde das teilweise geänderte Konzept von Werner Düttmann.  Nach siebenjähriger Bauzeit wurde der Platz 1975 fertig. Die  geschlossene Bebauung sollte ihn gegen eine im Norden geplante  Autobahn-Trasse abschirmen. Die Autobahn wurde nie gebaut.
Der Tagesspiegel, Montag 01.12.1997/Nr. 16178

Mittendrin am Ende der Welt
Der Mehringplatz in Kreuzberg gehört zu jenen Orten, die Haarscharf am Rand der neuen City liegen
Das  ist kein Platz, wo man lange verweilt, man überquert ihn mit  zielsicherem Schritt, auf dem Weg zur U-Bahn oder nach Hause. Frauen  ziehen ihre Kinder hinter sich her, Männer tragen schwer an  Einkaufsbeuteln der Döner wird im Laufschritt verzehrt. Wer hier sitzt,  wie die dösenden Rentner auf der Bank oder die türkische Großfamilie  unter den Bäumen, lauscht dem Großstadtgebrause: der Mehringplatz,  Verkehrsknotenpunkt für U-Bahn, Bus und Weiße Flotte, ist der Auftakt  zur Friedrichstraße, mitten in Kreuzberg und am Ende der Welt.
Schnurgerade  führt von hier die Straße noch Norden in die neue blankgeputzte Mitte,  und man braucht keine Adleraugen, um die Züge den Bahnhof  Friedrichstraße passieren zu sehen. Es war immer so: Im südlichen Teil  der Straße lebten die einfachen Leute, die Arbeiter und Handwerker, im  nördlichen Teil, zwischen Leipziger Platz und Unter den Linden, wuchsen  die Paläste für den Adel.

Da sich die Bauwut seit dem Jahr Eins nach der Mauer auf jenes Teilstück der Friedrichstraße konzentrierte, war der Mehringplatz ein vergessener Ort, das Stück Straße südlich vom Checkpoint Charlie blieb jenseits der Scheuklappen derer verborgen, die so gern die Goldenen Zwanziger beschworen. Bis 1989 lag es im Schatten der Mauer. Dabei war der ehemalige Belle-Alliance-Platz, etwa 1730 im Zuge der barocken Stadterweiterung Berlins samt südlichem Stadttor entstanden, einmal Visitenkarte der Stadt. Im Krieg fast gänzlich zerstört, legte Hans Scharoun 1962 auf dem historischen Grundriß einen geschlossenen Rundplatz an: Werner Düttmann baute bis 1875 das Stadtquartier am Mehringplatz. Die hohe Randbebauung, westlich des AOK-Gebäude von Scharoun und östlich ein Altenheim von Düttmann, waren als Abschirmung gegen die geplante und wieder verworfene südliche Stadtautobahn gedacht.

Paradies für Punks - Heute ist der Mehringplatz gewiß keine Oase und schon gar kein Biotop für seltene Pflanzen und Vögel, über 40.000 Menschen leben hier, können in mehr als 30 Geschäften einkaufen. An der Siegessäule mit der Victoria von Christin Daniel Rauch (1843) speien die steinernen Löwen das Wasser in den Brunnen, und die Punks bewässern ihre Hunde. Abgerissen wirkt das 25.000 Quadratmeter große Rund, ins Kraut geschossen die Bäume, verblichen der Häuseranstrich, zugewachsen und zubetoniert die Arkaden auf Stelzen, schmutzige zwielichtige Räume entstanden, wenig einladend zum Spielen und Flanieren. Am Ort der ehemaligen Stadttors sind Blumenkübel aus Pressbeton zu einer Art Panzersperre zusammengeschoben, Schilderfanatiker treiben ihr Unwesen.
Bonger Voges hat die Idee. Der junge Konzeptkünstler möchte den Platz beleben, er soll wieder das Tor zur Friedrichstraße werden. Da sich Voges von der Kunst der 60er und 70er Jahre und einem Schuß chinesischer Weisheit inspirieren ließ, heißt das Projekt denn auch „Das Orakel von Berlin“, und es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Mehringplatz in Orakelplatz umbenannt wird.
Auf dem Dach der Scharounschen Gebäuderundes werden 64 verschiedenfarbige Metallfahnen installiert, durch Wind und Sonne bringen die (geräuschlosen) Metallfahnen Farbe auf den Platz. Wer Fragen an sich oder das Leben hat, die sich nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten lassen, begibt sich zu einer ausgewählten Farbfahne und liest an deren Fuß das Orakel.
 Warum gerade in Kreuzberg Chinas Kultur Platz nehmen soll, bleibt dunkel wie die Prophezeiung des Orakels. Der chinesische Botschafter jedenfalls verneigt sich vor dem Einzug fernöstlicher Weisheit ins barbarische Berlin.
Bonger Voges konnte Niki de Saint Phalle für sein Konzept gewinnen. Die  in den sechziger Jahren durch ihre voluminösen Nanas bekanntengewordene  Künstlerin soll am Außenrund des Platzes, südlich ein Mondtor und  östlich ein Sonnentor stellen, eine monumentale Skulptur, zwölf Meter  hoch, mit einem sieben Meter hohen Torbogen in acht Metern Breite. Der  Spaziergänger schreitet durch silberne Mosaikschenkel einer goldenen  Sonnengöttin durch das neue Stadttor des Südens anstelle des alten im  Kriege zerstörten. Voges möchte im März 2000 fertig sein. Bis dahin  werden fleißig Sponsoren gesucht, „es muß ja nicht alles auf einmal  sein“, bleibt er gelassen. Sechseinhalb Millionen Mark sind schließlich  kein Pappenstiel. Am Ende sollen die Häuser einen hellgrauen Anstrich  haben, die Bäume ein wenig gestutzt sein und die ungepflegten Büsche im  inneren Ring verschwinden, um die Mauscheleckchen freizulegen und Platz  für die Sponsorenplakate zu schaffen.
Die Antwort des Orakels
Um  den Brunnen wird sich ein Metallring mit Angabe einiger wichtiger  Sehenswürdigkeiten im nahen Umkreis spannen. Von dort aus sollen die  Besucher von Weisheit geleitet ausschwärmen, zum Berlin-Museum und zum  Jüdischen Museum von Liebeskind in der Wilhelmstraße, zur  Amerika-Gedenkbibliothek, zu einer Ausstellung ins Willy-Brandt-Haus  oder abends ins Hebbel-Theater. „Die Verträge mit der  Wohnungsbaugesellschaft, dem Senat und dem Bezirk sind gesichert“, sagt  Voges, „nun fehlt nur noch das Geld“, und er hat, schon ganz Chinese,  1998 einfach zum „Jahr des Geldes“ erklärt.
Und  um die Friedrichstraße auch nach Süden zu öffnen, würde er am liebsten  das Luftgeschoß des Scharounschen Rondells durchbrechen. Ob das gelingt,  ist noch fraglich. Hierauf weiß vielleicht das Orakel eine Antwort.
Süddeutsche Zeitung, Mittwoch 19.08.1998/Nr. 189 von Inge Ahrens
Gib dem Zufall eine Chance
Berlin: Der Münchner Künstler Bonger Voges baut seinen Orakel-Platz mit chinesischen Weisheiten
Ein  Münchner macht mit beim hektischen künstlerischen Aufputz der neuen  deutschen Hauptstadt Berlin. Bonger Voges (40) heißt der Mann, der seit  1979 in München ein multimedialer Szene-Ungeist war. Tanzprojekt,  Tanztendenz, Festival der Sinne, die Macht der Nacht, Negerhalle, Der  Tempel – das sind nur ein paar Stichworte seiner kreativen Aktivitäten  zwischen Tanz, Theater, Club und Kneipe.
Sein  neues Projekt hat gewaltige Dimensionen. Zusammen mit privaten  Investoren ...... will er den verkommenen Mehringplatz am Rande von  Kreuzberg zum „ersten Orakelplatz der Welt“ (Voges) umgestalten. Der  ehemalige, nach dem Vorbild der barocken römischen Piazza del Popolo  gebaute Belle-Alliance-Platz wurde im Krieg zerstört und 1973 von den  Architekten Hans Scharoun und Werner Düttmann als Doppelkreis-Anlage neu  konzipiert.
Nach dem Bau der Mauer  verlor der Platz seine zentrale Lage und rutschte ins urbane Abseits.  Nach der Öffnung der Stadt liegt er nun wieder im Herzen Berlins und  könnte ein attraktives Tor zum Boulevard Friedrichstraße werden.
Nach  der Renovierung und farblichen Neufassung (lichtes Grau) will Bonger  Voges den Platz spielerisch erlebbar machen. Inspiriert dazu hat ihn das  2.500 Jahre alte chinesische Weisheitenbuch „I Ging“, in dem unter  anderem Texte von Konfuzius zu finden sind. Der Almanach ist eine  unergründliche Fundgrube philosophischer Sprüche, die auch für westliche  Sinnsucher gebrauchsfertig sind.
Und so soll der Platz spätestens im Jahr 2000 aussehen: Auf den Häusern des inneren Rondells werden 64 metallene Windtafeln errichtet, die über den Dächern in den Spektralfarben leuchten und von weither sichtbar sein sollen, wobei Wind und Beleuchtung den Platz jeweils farblich anders changieren lassen.
 Jeder Windfahne ist eine im Boden eingelassene Metallplatte mit einem Text (in deutsch, englisch und chinesisch) aus dem „I Ging“ zugeordnet. Und so wird das Orakel gespielt: Beim Betreten des Platzes stellt man sich eine Frage, die man nicht mit ja oder nein beantworten kann. Dann geht man zu einer Farbe, die einem emotional gefällt und liest auf dem Boden den Orakel-Text. Vielleicht heißt es da: „Gib dem Zufall eine Chance“. – Auf spielerische Weise sollen die Besucher in ihren Alltag geführt werden,“ sagt Voges.
Verspielt werden auch die beiden Entrées für den Mehringplatz: Ein Mond-  und ein Sonnentor, die die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle  in ihrer post-surrealistischen Manier gestalten wird. Mit blitzenden  Spiegel-Mosaiken und jeweils zwölf Meter Höhe werden die weit  schillernde Signale sein. Und wenn man Nikis Kitsch nicht mag, kontert  Voges: „Berlin ist eine so strenge Stadt. Das Leichte und Verspielte  fehlt hier sehr. Deswegen finde ich Niki de Saint Phalle gerade richtig  am (Mehring) Platz.
Abendzeitung Montag 24.08.1998, von Gert Gliewe

Das Orakel von Berlin
Das  alte chinesische Weisheits-System I Ging an einem öffentlichen Platz  erfahren zu können – diese Möglichkeit wird es in naher Zukunft auf dem  Berliner Mehringplatz geben. Der Künstler Bonger Voges ist dabei, ihn in  einen gigantischen Orakel-Ort umzugestalten.
Lange  Zeit lag der Platz in einer Art Dornröschen-Schlaf. Doch eines Tages  kam ein Künstler vorbei, der wahrnahm, was hier an Möglichkeiten  schlummerte. Das war 1995. Seitdem versucht er, die „verschwundene  Prinzessin“ namens Mehringplatz wachzuküssen. Und inzwischen ist sie  schon fast erwacht...
Im Klartext: Der Münchner Tänzer, Regisseur und Konzeptkünstler Bonger Voges hatte vor drei Jahren für mehrere Wochen in Berlin zu tun. Immer wieder überquerte er während seines Aufenthaltes dort den Mehringplatz, der am Anfang der berühmten Friedrichstraße liegt, wo einst das alte „Hallesche Tor“ gestanden hat. Mit dem Bau der Mauer war dieser Platz völlig in Vergessenheit geraten – „in einen Dornröschenschlaf gesunken“, wie Bonger Voges es ausdrückt. Tatsächlich ist der Mehringplatz bis heute teilweise mit dornigen Hecken bewachsen, und diese Hecken stören die eigentliche Besonderheit der originellen architektonischen Gestaltung: Ein innerer Ring von auf Säulen ruhenden Häusern gewährt freie Sicht auf einen zweiten, äußeren Ring. Nur wachsen da momentan eben jede Menge Hecken, und so kann von einem „Durchblick“ nicht mehr die Rede sein.
 Seine fast täglichen „Begegnungen“ mit dem Mehringplatz brachten Voges auf die außergewöhnliche Idee, die er seitdem verfolgt und in die er seine Kraft sowie all seine persönlichen finanziellen Mittel steckt: Hier soll ein Ort entstehen, an dem Ost und West sich treffen. Ganz im Sinne dessen, was sich die gesamte Stadt zum Ziel gesetzt hat. Der Mehringplatz im Zentrum des wiedervereinigten Berlin soll wieder die Funktion übernehmen, die er vor langer Zeit als „Hallesches Tor“, als Stadttor, einmal hatte. Ein Tor ist eine Stelle, die zwei verschiedene Räume miteinander verbindet. Auf der städtebaulichen Ebene heißt das hier, dass ein Wohngebiet mit einem Bereich von Geschäften , Restaurants und ähnlichem zusammenkommt. 
 Auf einer „Höheren“, atmosphärischen oder energetischen Ebene sollen sich an dem geplanten Orakel-Ort die alltägliche und eine übergeordnete Realität miteinander verbinden. Zudem sollen sich hier, wie gesagt, Ost und West treffen, indem das alte chinesische Weisheitssystem I Ging mit seinen Orakelsprüchen Menschen mit westlichem kulturellen Hintergrund zugänglich und sogar körperlich erfahrbar gemacht wird. Dabei geht es auch um Bildung im multikulturellen, globalen Sinn.

Konkret sieht das so aus: Der Mehringplatz wird von seinen Dornenhecken befreit und renoviert. 64 farbig emaillierte Stahlblech-Fahnen werden installiert, die sich im Wind um 360 Grad drehen können. Die Farben folgen dem Spektralkreis. So formt sich ein runder Regenbogen.
 Am Fuße jeder der 64 „Fahnenstangen“ wird eine Tafel mit einem I-Ging-Zeichen und der entsprechenden Interpretation in der klassischen Übersetzung von Richard Wilhelm angebracht.
 Prominente Künstler
 Eine von Voges gestaltete Presse-Information erklärt, wie dieses gigantische „Buch der Wandlungen“ – so eine andere Bezeichnung für das I-Ging – benutzt werden soll: „Stellen Sie sich eine Frage, die Sie nicht mit Ja oder Nein beantworten können. Begeben Sie sich zu der Farbe, die sie in diesem Moment am meisten anspricht und lesen Sie am Fuße Ihrer Tafelfahne das I-Ging-Orakel. 2.500 Jahre Weisheit geben Antwort auf Ihre Frage.“
 
Weiter heißt es in dem Informationstext: „“Das Orakel von Berlin“ bietet ein in Europa einzigartiges Zusammenwirken von Stadtarchitektur, Spiel und Weisheit… Namhafte europäische und chinesische Künstler sind an der Realisierung dieses ersten Straßenorakels der Welt beteiligt. Zwei monumentale Skulpturen der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle markieren symbolhaft das alte Hallesche Tor.“
 Diese beiden Skulpturen werden ein Sonnentor und ein Mondtor von jeweils etwa 12 Meter Höhe sein. Eine kleinere Version des Sonnentores existiert schon. Sie steht in Niki de Saint Phalles Garten bei Paris.

Nicht nur verschiedene hochkarätige Künstler sind beteiligt, sondern auch Fachleute verschiedener anderer Bereiche; zum Beispiel Professor Dr. Bost aus Frankfurt für die Farbberatung, für das Feng Shui Großmeister Professor Dr. Lin Yun Thomas und für das I Ging die Expertin und Buchautorin Hanna Moog, die das zum Teil extrem an männlichen Werten orientierte „Buch der Wandlungen“ auf weiblich geprägte Hintergründe hin untersucht.
onger Voges ist ein Mann mit schöpferischen Ideen, vielen Kontakten und einer Menge Intuition und Inspiration. Er hat unter anderem im buddhistischen Naropa-Institut in Boulder, Colorado, studiert. In München machte er sich als Regisseur und Choreograph einen Namen (siehe dazu auch esotera 10/88: „Tanz in die Zukunft“). Er organisierte und veranstaltete verschiedene Festivals, begründete mehrere künstlerische Initiativen und vieles mehr. Nun zog es ihn nach Berlin, wohin er durch seine Familie starke Verbindungen hat. Dort wurde er mit offenen Armen aufgenommen.Sponsoren gesucht

Seine Idee, den Mehringplatz zum „Orakel von Berlin“ umzugestalten, wird auch offiziell von Persönlichkeiten wie z.B. dem Wirtschafts-Senator Elmar Pieroth, dem Botschafter der Volksrepublik China, Lu Quitian dem Bezirksbürgermeister von Berlin-Kreuzberg, Franz Schulz und sogar von Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker begrüßt. Auch in der Fachzeitschrift „Architektur und Wohnen“.
 Zwar werden nach wie vor gute zusätzliche Ideen und Fachleute gesucht, die bereit sind, ihr Know-how einzubringen. Aber im großen und ganzen ist „das Orakel von Berlin“ bereits beschlossene Sache und könnte jederzeit in die Tat umgesetzt werden. Was allerdings nach fehlt, ist Geld. Der Spaß soll rund 6,5 Millionen Mark kosten und durch Sponsoren sowie die Vermarktung von Tourismusartikeln finanziert werden. Bonger Voges ist mit verschiedenen möglichen Geldgebern im Gespräch, die Sachlage aber noch nicht geklärt. Daher wird als frühestmöglicher Eröffnungstermin des Orakelplatzes der Herbst 1999 genannt . Näheres zum zeitlichen Rahmen steht noch nicht fest.
So liegt also Dornröschen nach wie vor im Schlaf. Doch ein  umfangreicher, bestens qualifizierter Hofstaat steht schon bereit,  umgehend für sie aktiv zu werden. Bleibt nur, ein fröhliches Erwachen zu  wünschen! 
Esotera 12/98 von Irene Dachlichow

Mehr Leichtigkeit für Berlin
Dem Zufall eine  Chance geben: Seinen Orakelplatz versteht der Münchner Konzeptkünstler  als Brückenschlag zur östlichen KulturHerr Voges, der Mehringplatz,  ehemals Belle-Alliance-Platz, war städtebaulich einmal für Berlin so  zentral wie der Pariser Platz. Wird er als Orakelplatz wieder diese  Bedeutung erlangen?
Bonger Voges: Ich bin überzeugt, daß „das Orakel  von Berlin“ eine der touristischen Hauptattraktionen der Stadt sein  wird. Es wird ein Ort der geistigen und spielerischen  Auseinandersetzung, ein Ort, an dem Ost und West in einen  Kulturaustausch treten.
 Die Verknüpfung von Ost und West, das ist in Berlin ja nicht gerade originell.
Voges:  Ja, aber bisher war damit vor allem Ost- und westeuropa gemeint. Wir  wollen dem eine globale Nuance hinzufügen: Wir wollen hier  thematisieren, wie östliche Menschen im Gegensatz zu uns Westeuropäern  denken und wie sie dem Alltag begegnen.
 Wie denn?
Voges: Sie schenken dem, was sie umgibt, mehr Bedeutung,  und für sie spielt auch der Zufall, der dem Orakelspiel ja zugrunde  liegt, eine ganz andere Rolle. Für sie ist der Zufall eine Aussage, eine  Mitteilung. Für uns hingegen ist der oft nur eine Begleiterscheinung,  die wir manchmal mit Erstaunen bemerken, wir messen ihm keine weitere  Bedeutung zu. Im fernen Osten hingegen ist er sogar so etwas wie eine  Antwort auf das Sein.
 Eine Antwort auf das Sein, das versucht die Bibel auch. Warum haben Sie statt der Orakelsprüche keine Bibelzitate verwendet?
Voges:  Weil die Bibel ein religiöses System ist und I-Ging ein  philosophisches. Es gibt Ratschläge, aber es ist ein absolut offenes  Prinzip, zu dem jede Religion eine Brücke schlagen kann.
 Soll das heißen: Wer Ihr Orakelspiel mitspielt, kommt dem Sinn des  Lebens ein bisschen mehr auf die Spur? Oder anders gefragt: Wozu  brauchen wir überhaupt ein Straßenorakel?
Voges: Wenn ich mit diesen  Sprüchen die Menschen anregen kann. Mehr Weisheit zu haben für das, was  sie umgibt, also für die Natur oder dafür, wie die Menschen sind, dann  habe ich viel erreicht. Diesen Zustand der Wachheit symbolisiert im  Übrigen ein Tor: Ein Tor ist dafür da, von einem Raum in den nächsten zu  schreiten, es steht für den Übergang von einem Vorhaben zum nächsten,  von einem Gedanken zum anderen. Mit dem Orakel knüpfen wir somit auch an  die Torfunktion an, die der Platz einmal hatte. Er wird ein  Schnittpunkt von einer Zone der Ruhe zur Einkaufswelt der  Friedrichstraße werden.
 Verhindern unsere Stadträume diese Wachheit, von der Sie sprechen?
Voges:  Oft. Es gibt hier in Berlin sogar einige Bauten, die sind einfach  menschenunwürdig. Schönheit, Natur, Raum für Kinder, da fehlen viele  Aspekte, die ein frohes Leben ausmachen.
 Was vermissen Sie genau?
Voges: Berlin ist historisch eine streng  gewachsene Stadt, die auch in ihrer Erneuerung auf diese Strenge Wert  legt. Ich nehme die Stadt grundsätzlich als sehr männlich wahr. Und  deshalb glaube ich, dass eine spielerische, leichte, sinnliche  Architektur der Stadt sehr gut bekommt, denn die fehlt hier. Es gibt  keine ähnlich gearteten Projekte in Berlin, und einen Orakelplatz gibt  es auf der ganzen Welt nicht.
 Glauben Sie, dass sich die Menschen auf Ihr Orakelspiel einlassen werden?
Voges:  Dafür gibt es handfeste Belege. Danken Sie nur an ein ähnliches Spiel,  das Ratschläge bereithält: das Horoskop. Damit beschäftigen sich etwa 80  Prozent der Menschen.
 Sie auch?
Ab und zu.
 Wie sollen die Leute denn mit dem Orakel umgehen?
Voges: Man kann  dem Projekt „oberflächlich“ leicht begegnen, ohne sich intellektuell zu  strapazieren. Man kann aber auch in die Tiefe gehen: Inder  Gedenkbibliothek, die in der Nähe ist, wird es einen Raum zu diesem  Thema geben. Aber auch jemand, der völlig unbedarft herkommt, wird etwas  mitnehmen: eine positive Erinnerung an den Ort, an die Stadt, und er  wird eine Anregung für sich persönlich bekommen. Wenn man sich solche  Fragen stellt, die man weder mit Ja oder Nein beantworten kann, kommt  man sehr schnell zu Themen, die einem wichtig sind, zu grundsätzlichen  Dingen wie Geld, Liebe, Beruf, Beziehung.
 Also doch ein Beitrag zu mehr Sinnhaftigkeit im Alltag?
Voges: Ja, vielleicht schon, aber ohne Zeigefinger. Es ist einfach ein Angebot, das einen sehr menschenfreundlichen Effekt hat.
Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 23.04.1999, Nr. 17 von Ulla Hansselmann
Ein Tor zur neuen Mitte
Am Mehringplatz  in Berlin soll das erste Straßenorakel der Welt entstehen – eine Aktion  zwischen Architektur, Kunst und Zeitgeist
 Das schicke neue Berlin, hier nimmt es ein jähes Ende: Nach Süden hin  mündet die noble Friedrichstraße in ein ramponiertes Gebäuderondell:  Der Mehringplatz, das ist nicht mehr die glanzvolle Mitte, sondern  schmuddeliges Kreuzberg, wie gehabt. Die Wände des auf Stelzen stehenden  Häuserrunds in schmutzigem Gelb, graffitibesprenkelte Arkaden, düster  und muffig: „Yu fucker“, steht da, die hochgeschossenen Hecken im  Innenhof wehren Licht und Luftigkeit ab.
Zu lange warf die Mauer ihre  Schatten, der Checkpoint Charlie lag gerade mal 700 Meter entfernt.  Dabei war das, was da in den Zeiten der Teilung ins Jämmerliche verfiel,  eine städtebauliche Idee mit guten Absichten: Architekt und Stadtplaner  Hans Scharoun riegelte Anfang der sechziger Jahre das im Krieg  zerstörte Areal mit einer Hochhausbebauung gegen die damals noch  projektierte Stadtautobahn ab und griff die historische Rondellform  wieedr auf; der Architekt Werner Düttmann zingelte in den Siebzigern den  Platz mit zwei parallel verlaufenden Häuserringen ein, heute sozialer  Wohnungsbau. Doch die glanzvollen Zeiten, die dieses Stück Berlin schon  gesehen hatte, kamen partout nicht wieder: Im Zuge der barocken  Stadterweiterung hatte König Friedrich Wilhelm I. um 1730 hier den  Belle-Alliance-Platz errichten lassen – Roms Piazza del Popolo als  Vorbild vor Augen, so gebot es die Mode. Ein Stadttor, das mit dem  Pariser und dem Leipziger Platz die Knotenpunkte der einstigen  Friedrichstadt bildete.
 Ein Platz also im Wandel der Zeiten. Und jetzt soll schon wieder  alles anders werden, und wieder ist die Veränderung vom Zeitgeist  inspiriert – und natürlich von Berlins fieberhaftem Bestreben nach  Originalität. Der Konzeptkünstler Bonger Voges will den Mehringplatz in  einen Orakelplatz verwandeln, ja, gar das „erste Straßenorakel der Welt“  soll hier entstehen. Doch was, oberflächlich besehen, reißerisch  klingt, schenkt der Hauptstadt architektonisch eine neue Facette. Bringt  doch das Konzept des in Berlin und München lebenden Künstlers endlich  eine spielerische Komponente in Berlins gediegenen-strengen bis  wichtigtuerische Stadterneuerung.
 Und so soll „Das Orakel von Berlin“ funktionieren: 64 auf dem inneren  Gebäudering installierte verschiedenfarbige Metallfahnen formen einen  Regenbogen. Der Ratsuchende, der mit einer Frage, die sich weder mit Ja  oder Nein beantworten lässt, den Platz betritt, sucht sich eine Fahne  aus und findet an ihrem Fuß einen in einen Betonsockel eingelassenen  Orakelspruch. Die Schicksals-Texte sind dem chinesischen Weisheitssystem  I-Ging entnommen, des Konfuzius vor 2.500 Jahren schriftlich fixiert  hatte. Mit dieser „Kommunikationsidee“ (Voges) einher gehen optische  Verschönerungen: Die Häuser bekommen derzeit einen neuen Anstrich, das  grüne Gestrüpp soll gelichtet werden, so dass bis 2000 ein freundliches  Tor zur Friedrichstraße entsteht. Die Torfunktion unterstreichen sollen  zwei zwölf Meter hohe Skulpturen der Künstlerin Niki de Saint Phalle,  bekannt durch ihre Weibsfiguren, den Nanas.
 Die einen mögen die Orakelei als Esoterik-Schnickschnack abtun,  anderen passt vielleicht die Nähe zur Erlebnis-Architektur nicht, doch  dem maroden Platz kann im Prinzip jede Veränderung nur gut tun. Und dass  das so geliftete Rondell tatsächlich einmal Anziehungspunkt sein wird,  wie sich Voges verspricht, scheint plausibel, gliedert es sich doch ein  in eine Reihe attraktiver Ziele in der Umgebung: das Jüdische Museum von  Daniel Libeskind, die Gedenkbibliothek, das Deutsche Technikmuseum oder  das Hebbel Theater.
 Namhafte Personen vie Richard von Weizsäcker haben Zuspruch geäußert,  die ersten Sponsoren sind gewonnen, doch von den nötigen 6,5 Millionen  Merk fehle noch ein „wesentlicher Teil“, so Voges. Eine Ausstellung am  künftigen „Orakelplatz“ (ab Juni) und ein Förderverein sollen das  Projekt weiter voranbringen. Der dritte Orakelspruch „Dschun“ dürfte für  Bonger Voges Leitsatz sein: „Die Anfangsschwierigkeit wirkt erhabenes  Gelingen. Fördernd durch Beharrlichkeit. Man soll nichts unternehmen.  Fördernd ist es, Gehilfen einzusetzen.“
Sino Korerspondenz 36 von Sebastian Luig
 
 Das Orakel von Berlin – Der erste Orakelplatz der Welt – eine Brücke zwischen Asien und Europa
Die  Inhalte des I-Ging, dem Jahrtausende alten chinesischen Buch der  Wandlungen werden in der neuen Hauptstadt zu einem begehbaren Erlebnis.  Mit dem ambitionierten Projekt „Das Orakel von Berlin“ möchte der  Konzeptkünstler Bonger Voges einen neuen Anziehungspunkt schaffen und  gleichzeitig eine Brücke zwischen dem europäischen und dem asiatischen  Kulturraum errichten.
Berlin ist in Bewegung. Überall in der Stadt  wird gebaut. Nichts scheint mehr so, wie es einmal war. Mitten in diesem  Chaos aus Baustellenlärm, Umzugshektik und Verkehrschaos, im Herzen des  neuen Berlins und in guter Nachbarschaft zu den Regierenden dieses  Landes entsteht ein Ort der Besinnung und Harmonie.
 Das I-Ging legt dar, wie der Mensch aus sich heraus Heiterkeit und  Ausgeglichenheit erlangen kann und dadurch fähig ist, in jeder Situation  die richtige Entscheidung zu treffen. Davon inspiriert hatte der  Konzeptkünstler Bonger Voges 1995 die Idee zum Orakel von Berlin – eine  in Europa bisher einzigartige Symbiose von Kunst, Stadtarchitektur und  asiatischer Weisheit.
 Als Standort für das Orakel wählte der in Berlin lebende Künstler den  Mehringplatz aus, im Vorkriegsberlin neben dem Pariser- und dem  Leipziger Platz einer der schönsten und beliebtesten Plätze der Stadt.  Der nach Ende der NS-Gewaltherrschaft zerstörte Verkehrsknotenpunkt  verlor im geteilten Berlin seine Funktion und geriet im Laufe der Zeit  immer mehr in Vergessenheit. Mit dem Fall der Mauer erlang er zwar seine  Zentralität wieder, wurde aber im Gegensatz zum Pariser- und Leipziger  Platz bei der Planung des neuen Berlins wenig beachtet. Mit dem Orakel  wird sich dieser Zustand ändern, der Rondellförmige Platz wieder zu  einer der Sehenswürdigkeiten der pulsierenden Metropole werden.
 Die Idee des Orakelplatzes ist einfach erklärt: Kurze Erläuterung in  den beiden Eingangsbereichen des Platzes, die jeweils durch eine  monumentale Torskulptur der französisch-amerikanischen Künstlerin Niki  de Saint Phalle markiert werden, fordern den Besucher auf, sich eine  Frage zu stellen, die nicht sofort mit Ja oder Nein beantwortet werden  kann. Der Besucher lässt sich dann zu einer der 64 farbigen Windtafeln  leiten, die ihn in diesem Moment am meisten anspricht. Die Windtafeln  sind auf dem Dach des inneren Gebäuderondells befestigt, ihnen  zugeordnet sind jeweils eine im Boden eingelassene Orakeltafel, die  schließlich die Antwort auf die gestellte Frage bereithält.
 Unterstützung erfährt das Projekt nicht nur von den Anwohnern. Auch  führende und bedeutende Persönlichkeiten wie der ehemalige  Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Lu Qiutian, Botschafter der  Volksrepublik China zeigen sich von dem Vorhaben begeistert. So schreibt  der chinesische Diplomat in einem Brief an Voges: „Ich hoffe, dass die  Errichtung der Tafelfahnen des I-Ging den Europäern beim Kennenlernen  der traditionellen chinesischen Kultur hilft und wünsche in diesem Sinne  dem Projekt viel Erfolg.“
 Gelegenheit Europas Orakel der Neuzeit und den Künstler schon vor dem  ersten Spatenstich zur Jahrtausendwende kennenzulernen bieten eine  Ausstellung vom 20.8. bis zum 05.9.99. Neben der Möglichkeit das Orakel  bereits zu befragen, werden Dokumentationen über die mitwirkenden  Künstler und den Orakelplatz sowie Informationen zur I-Ging  Farbpsychologie angeboten. Außerdem werden im Rahmen der Berliner  Schaustelle am 22.8. und 29.8.99 Führungen über den Orakelplatz  angeboten.
Preussische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen Mai 2000

Das Orakel von Berlin - Der erste Orakelplatz der Welt – eine Brücke zwischen Asien und Europa
Die  Inhalte des I-Ging, dem Jahrtausende alten chinesischen Buch der  Wandlungen werden in der neuen Hauptstadt zu einem begehbaren Erlebnis.  Mit dem ambitionierten Projekt „Das Orakel von Berlin“ möchte der  Konzeptkünstler Bonger Voges einen neuen Anziehungspunkt schaffen und  gleichzeitig eine Brücke zwischen dem europäischen und dem asiatischen  Kulturraum errichten.
Berlin ist in  Bewegung. Überall in der Stadt wird gebaut. Nichts scheint mehr so, wie  es einmal war. Mitten in diesem Chaos aus Baustellenlärm, Umzugshektik  und Verkehrschaos, im Herzen des neuen Berlins und in guter  Nachbarschaft zu den Regierenden dieses Landes entsteht ein Ort der  Besinnung und Harmonie.
Das I-Ging legt dar, wie der Mensch aus sich heraus Heiterkeit und Ausgeglichenheit erlangen kann und dadurch fähig ist, in jeder Situation die richtige Entscheidung zu treffen. Davon inspiriert hatte der Konzeptkünstler Bonger Voges 1995 die Idee zum Orakel von Berlin – eine in Europa bisher einzigartige Symbiose von Kunst, Stadtarchitektur und asiatischer Weisheit.
Als Standort für das Orakel wählte der in Berlin lebende Künstler den Mehringplatz aus, im Vorkriegsberlin neben dem Pariser- und dem Leipziger Platz einer der schönsten und beliebtesten Plätze der Stadt. Der nach Ende der NS-Gewaltherrschaft zerstörte Verkehrsknotenpunkt verlor im geteilten Berlin seine Funktion und geriet im Laufe der Zeit immer mehr in Vergessenheit. Mit dem Fall der Mauer erlang er zwar seine Zentralität wieder, wurde aber im Gegensatz zum Pariser- und Leipziger Platz bei der Planung des neuen Berlins wenig beachtet. Mit dem Orakel wird sich dieser Zustand ändern, der Rondellförmige Platz wieder zu einer der Sehenswürdigkeiten der pulsierenden Metropole werden.
Die Idee des Orakelplatzes ist einfach erklärt: Kurze Erläuterung in den beiden Eingangsbereichen des Platzes, die jeweils durch eine monumentale Torskulptur der französisch-amerikanischen Künstlerin Niki de Saint Phalle markiert werden, fordern den Besucher auf, sich eine Frage zu stellen, die nicht sofort mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. Der Besucher lässt sich dann zu einer der 64 farbigen Windtafeln leiten, die ihn in diesem Moment am meisten anspricht. Die Windtafeln sind auf dem Dach des inneren Gebäuderondells befestigt, ihnen zugeordnet sind jeweils eine im Boden eingelassene Orakeltafel, die schließlich die Antwort auf die gestellte Frage bereithält.
Unterstützung erfährt das Projekt nicht nur von den Anwohnern. Auch führende und bedeutende Persönlichkeiten wie der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Lu Qiutian, Botschafter der Volksrepublik China zeigen sich von dem Vorhaben begeistert. So schreibt der chinesische Diplomat in einem Brief an Voges: „Ich hoffe, dass die Errichtung der Tafelfahnen des I-Ging den Europäern beim Kennenlernen der traditionellen chinesischen Kultur hilft und wünsche in diesem Sinne dem Projekt viel Erfolg.“
Gelegenheit Europas Orakel der Neuzeit und den Künstler schon vor dem  ersten Spatenstich zur Jahrtausendwende kennenzulernen bieten eine  Ausstellung vom 20.8. bis zum 05.9.99. Neben der Möglichkeit das Orakel  bereits zu befragen, werden Dokumentationen über die mitwirkenden  Künstler und den Orakelplatz sowie Informationen zur I-Ging  Farbpsychologie angeboten. Außerdem werden im Rahmen der Berliner  Schaustelle am 22.8. und 29.8.99 Führungen über den Orakelplatz  angeboten.
Preussische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen Mai 2000

Artikel zur Ausstellung DAS ORAKEL VON BERLIN – Visionen beginnen mit Fragen

Das Orakel von Berlin - Neues Tor zur Friedrichstrasse
Das Kunstprojekt „Das Orakel von Berlin“ ist eine europaweit einzigartige Installation, die im neuen Jahrtausend zur dauerhaften Attraktion auf dem Mehringplatz im Zentrum Berlins werden soll. 1600 Jahre nach dem Orakel von Delphi können Besucher erstmals auf einem öffentlichen Platz ein Orakel befragen. Inspiriert von der einstigen historischen Bedeutung des Platzes sowie durch altchinesische Weisheitsbuch „I-Ging“ (Das Buch der Wandlungen) entwickelte der Konzeptkünstler Bonger Voges die Idee zum Orakel von Berlin, das am Anfang der Friedrichstraße – dem Tor zum Neuen Berlin – im Jahre 2001 entstehen wird. Durch die Verbindung europäischer und chinesischer Weisheit wird eine Brücke zwischen Ost und West entstehen. Die Installation besteht aus 64 2,5 x 2,5,m großen Windtafeln, die auf dem Dach des inneren Gebäuderondells in der Abfolge des Farbsprektums installiert sind. Die weithin sichtbaren Farbtafeln sind zentraler Bestandteil der Installation, ihnen sind am Boden Texttafeln aus dem chinesischen Weisheitsbuch I-Ging zugeordnet. An den gegenüberliegenden Eingängen des zukünftigen „Orakelplatzes“ thronen zwei monumentale Torfiguren: Das Sonnentor und das Mondtor sind der engagierte Beitrag der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. Die 12 Meter hohen Skulpturen sind faszinierend mit Spiegelmosaiken verziert und stehen symbolisch für das alte Hallesche Tor. Hier beginnt das Orakelspiel, es ist einfach erklärt: An den Eingangstoren des Platzes laden drei erläuternde Sätze den Besucher zum Spiel ein. „Stellen Sie sich eine Frage die Sie nicht mit Ja oder Nein beantworten können. Gehen Sie dann zu der Farbtafel die Sie in diesem Augenblick am meisten anspricht – 2500 Jahre Weisheit geben Ihnen Antwort auf Ihre Frage.“ Das Konzept des Orakelplatzes erwirkt ein in Europa einzigartiges spielerisches Zusammenwirken von Kunst, Stadtarchitektur und asiatischer Weisheit, welsches nicht nur eine touristische Attraktion sondern auch eine stadtarchitektonische Bereicherung darstellt.

Der als Rondell angelegte Gebäudekomplex am Mehringplatz, in den 70er Jahren ein ambitioniertes Projekt der Architekten Hans Scharoun und Werner Düttmann, steht heute als heruntergekommene, triste und freudlose Betonwüste in neuen Zentrum Berlins. Kaum noch bekannt ist die einstige historische Bedeutung dieses Platzes der schon drei verschiedene Namen trug. 1734 wurde der kreisrunde Platz im Süden Berlins angelegt. Als „Rondell“ bezeichnet, bildete der heutige Mehringplatz dem Südpunkt eine städtebaulichen Geometrie. Zusammen mit dem Quarrèe im Norden (seit 1815 Pariser Platz) und dem Oktagon im Westen (seit 1815 Leipziger Platz) bildete er Orientierungspunkt für die außerhalb des alten Stadtgebietes geplante Friedrichstadt. Nach dem Sieg über Napoleon wurde der Platz im Stile des „Piazza del Popolo“ in Rom neu bebaut. Von nun an war der „Belle-Alliance-Platz“ ein Platz des Bürgertums. Der neue Name sollte an den Sieg über Napoleon bei Belle Alliance (besser bekannt als Waterloo) in Belgien erinnern. Zum Gedenken an die Befreiungskriege von 1813 – 1815 wurde 1839 auch die „Friedenssäule“ mit der „Victoria“ und 1876 vier Skulpturen die die Siegermächte Preußen (mit dem Adler), Hannover (mit dem Pferd), England (mit dem Jaguar) und die Niederlande (mit dem Löwen) symbolisierten errichtet. Hier pulsierte das Leben, ganz nach dem Motto „Gesehen und gesehen werden“ flanierte man über den Platz. Während des zweiten Weltkriegs wurde dieser dann durch einen Bombenangriff am 3. Februar 1945 völlig zerstört. 1947 wurde der Platz in „Mehringplatz“ umbenannt. Um die Neubebauung kümmerte sich zunächst Hans Scharoun, der zuvor 1959 den Wettbewerb „Hauptstadt Berlin“ gewonnen hatte. Nach seinem Tod übernahm Werner Düttmann diese Aufgabe und vollendete den Platz. Historische Elemente sind dabei völlig verloren gegangen, die mächtige „Friedenssäule mit der Viktoria“ ist ein letzter Rest der einstigen Flaniermeile. 
In seinem Kunstprojekt möchte Bonger Voges so viele historische Elemente wie möglich mit einbeziehen um wieder einen Bezug zu der damaligen Bedeutung des Platzes herzustellen – er möchte dem Platz eine neue Richtung geben ohne die Historie außer Acht zulassen. Gesucht wird nach den vier Skulpturen die seit den siebziger Jahren verschollen sind. Ob diese zerstört oder wohin sie transportiert wurden weiß man nicht genau. Menschen die etwas über diese Skulpturen wissen oder sich daran erinnern was mit diesen Skulpturen geschehen ist, könnten zur Auffindung beitragen. Informationen können an die unten genannte Adresse gegeben werden. Dort findet begleitend zu dem Kunstprojekt eine Ausstellung in den Räumen vom „Orakel von Berlin e. V.“ in der Friedrichstraße 246 statt. Neben einem Miniaturorakel und Dokumentationen sind auch Informationen zur geschichtlichen Entwicklung des Platzes, zur Farbenpsychologie, zum I-Ging sowie erste virtuelle Eindrücke über CD-Rom zu sehen.

KOMMENTARE

„Ihr Vorschlag, dem Mehringplatz ein neues Gesicht von tiefergehender Bedeutung zu geben, spricht mich sehr an und ich würde mich freuen, wenn er zu einem positiven Ergebnis führte.“ Bundespräsident a. D. Richard von Weizsäcker

„Das Buch der Wandlungen“ (I-Ging) stellt die Frage nach dem Bleiben im Wandel und nach der Ordnung der Dinge inmitten einer vergänglichen Welt. Es geht in seinem Kern auf den Ursprung der chinesischen Kultur zurück. Seit über 2500 Jahren übt das I-Ging großen Einfluß auf die Denkweise der Chinesen, auf die chinesische Kultur, Kunst und Medizin. Ich hoffe, daß die Errichtung der Tafelfahnen des I Ging den Europäern beim Kennenlernen der traditionellen chinesischen Kultur hilft und wünsche in diesem Sinne dem Projekt […] viel Erfolg.“ Lu Qiutian, – Botschafter der VR China

„Ich hoffe, daß es Ihnen gelingt, auf diesem Wege über die Grenzen von Berlin hinaus ein Zeichen zu setzen für den Ideenreichtum, mit dem hier in Kultur und Wirtschaft neue Wege beschritten werden.“ Elmar Pieroth, – ehemaliger Senator für Wirtschaft und Betriebe Berlin

„Ich bin davon überzeugt, daß dieses Projekt für den Mehringplatz, aber auch für die gesamte Friedrichstraße einen kulturellen Ausgangspunkt findet, der sowohl Touristen, wie aber auch Berliner begeistern wird.“ Dr. Volker Hassemer, ehem. Senator für Stadtentwicklung, Unweltschutz – Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadtmarketing GmbH

„Mit der Verbindung von europäischer und chinesischer Tradition eröffnet die von Ihnen geplante Platzgestaltung eine spannende Brücke zum asiatischen Kulturraum.“ Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin

„Das Orakel von Berlin wird eine dauerhafte Attraktion für viele Menschen werden!“ Michael S. Cullen Mitinitiator der Reichstagsverhüllung von Jeane-Claude und Christo

„In der Verbindung von Stadtarchitektur, Spiel und Weisheit gelingt Ihnen ein beispielhaftes Kunstwerk. Wir würden uns sehr freuen, „Das Orakel von Berlin“ im Rahmen unseres Programms „Das neue Berlin“ zu präsentieren.“ Prof. Dr. Eckardt, Beauftragter des Senats von Berlin für Ausstellungen und Veranstaltungen um das Jahr 2000

„Ihr Entwurf „Das Orakel von Berlin“ ist faszinierend! „Das Orakel von Berlin“ wird aus dem Mehringplatz wieder einen der bedeutendsten Berliner Plätze machen. Das hochkommunikative Konzept des „I-Ging-Spiels“ schafft für uns eine Verbindung von Reflektion, Lernen und Spiel – vom öffentlichen Raum zum geschlossenen Raum der Gedenkbilblothek.“ Dr. Claudia Lux – ehemalige Generaldirektorin der Zentral- und Landesbiblothek Berlin

„Das Projekt „Orakel von Berlin“ ist eine höchst interessante Idee. Die Werbewirkung für Berlin und seine Vielfältigkeit ist nicht zu unterschätzen. Sie wirkt auch auf die Wirtschaftstätigkeit. Die Idee von Bonger Voges […] paßt zu der weltoffenen und avantgardistischen Tradition Kreuzbergs.“ Franz Schulz, – ehem. Bezirksbürgermeister von Kreuzberg

TANZTHEATER Zarathustra

Zarathustra
…Menschen an den Rand ihrer Kraft zu bringen, ist für den Regisseur ein Mittel, um seine Ideen zu verwirklichen.
…Wie staubige Urmenschen schlagen sich seine Tänzer die Köpfe ein.
…lieben gewaltig. Männer und Frauen bekämpfen sich bis aufs Blut, um sich endlich zu vereinigen.
… Er schöpft seine Ideen aus den „Schattenseiten des Lebens“ – obwohl er von sich behauptet er sei eine Frohnatur.
…Trotzdem sind seine Veranstaltungen überfüllt.
…Voges liebt nicht nur in seinen Inszenierungen Mystik und Roheit
…sucht Klarheit durchs Extrem. Ihn interessieren nur Grundelemente. Feuer, Wasser, Erde, Luft für die Natur, Liebe, Gewalt, Egoismus und Nahrung für den Menschen.
…Ein Stück über den Größenwahn mit dem Titel „Also sprach Zarathustra“. Ein Stück über seinen eigenen Wahn? „Nein“ sagt Voges „Ich bin noch viel zu bescheiden.“
Stern Hamburg
…“Zarathustra ist ein Stück von Größenwahnsinnigen, eine Riesenmaus gewissermaßen, ein prachtvoll kitschiges Stück Gigantomanie: Theater und Zirkus, Feuerwerk und Breitwandfilm, religiöses Ersatzritual und Abenteuerspielplatz in einem…“
… Der Höhepunkt der Veranstaltung ist ein Wettfahren sämtlicher Darsteller auf skurrilen Gefährten zwischen Fahrrad und Flugkörper wie die Kostüme entworfen von Reiner Wiesemes
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Zarathustra
Erotik um Hüttenwerk
Duisburg: „Zarathustra“ als großes Hallenspektakel
Das „Tanztheater Neger“ aus München präsentierte auf der Bühne der Industriegeschichte zur Musik von Richard Strauss eine schillernde Performance-Show. Zum Ausklang der „Duisburger Akzente“ stand Sensationelles auf dem Spielplan. Inmitten wabernden Nebels und düsterer Figuren durften über 1000 Zuschauer dann ein… beeindruckendes Schauspiel erleben,… Bonger Voges arbeitet mit kräftigen Bildern, läßt seine Tänzer mit starren Mienen im Kampf der Geschlechter aufeinanderstürmen. Phantastische Fortbewegungsmaschinen liefern sich zur Hochzeit des wieder auferstandenen Zarathustra ein farbenprächtiges Finale, das – voll phallischer Symbolik – in einer monumentalen Prozessionsszene ein jähes Ende findet. Das Experiment, die Insustrieruine des Hüttenwerkes zukünftig als Bühne zu nutzen, darf als gelungen bezeichnet werden. Das „Tanztheater Neger“ lieferte dank Christoph Simons mit prächtigem Bühnenbild, einer hervorragenden Lichtregie und grellen Effekten den Beweis, das die gigantische Kraftwerkzentrale im Revier als Spielstätte Beachtung verdient. Für Bonger Voges und seine Gruppe gab es am Ende kräftigen Beifall: …
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zarathustra
…unmerklich hat Bonger Voges sein Publikum in den Vorhof von Philosophie, Religion, Mythologie und Trance entführt… Carl Hänggis Klangflächen – Musik stimuliert die Sinne,…
Abendzeitung, München
Bonger Voges Spektakel „Zarathustra“ erlebte Samstagnacht eine Uraufführung ohne Probleme
„Gehen Sie bitte noch nicht weiter,… Der Herr, der eine Polizeiuniform trägt, der aber unverkennbar zum Clan von Bonger Voges gehört, resigniert schon bald bei seinem Bemühen, mehr als 1000 Menschen hinter den Schranken zu halten. Anders als bei anderen Veranstaltungen dieser Größenordnung verlief in Meiderich dieser Abend ohne Gedränge, da in der Halle nicht jedermann gleich auf den Sitzplatz stürzte, sondern zunächst die vielen menschlichen Attraktionen, die es dort zu sehen gab, bestaunte… großzügig gespendeten Schlußbeifall… Freundliche Hostessen boten derweil „Rauchware“ an, schließlich stand auf dem Programm: Sponsored by Phillip Morris.
Rheinische Post
Zarathustra
Geile Kostüme, geile Performance: Riesen-Applaus für Bonger Voges.
Gesichtet wurden haufenweise Düsseldorfer Nacht-Nasen, darunter Campino mit weiteren Toten Hosen und Andy Bacher DV8. Und als alle genug geguckt hatten, gab´s standing ovations für Macher Bonger Voges.
Prinz Stadtmagazin, Düsseldorf
Zarathustra
Eine Explosion der Sinne
In der Tat, die an Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ angelehnte Tanztheateraufführung erweitert den menschlichen Horizont.
…ein ungewöhnliches Stück emotionaler Erregung… eine Vielzahl origineller Ideen… spektakuläre Effekte und außergewöhnliches Arrangement von Musik und Tanz. Den Höhepunkt seines Einfallsreichtums bildet jedoch eine anarchistisch geprägte Prozession unter Verwendung ausgefallener Fantasie – Fahrzeuge.
Die Uraufführung von „Zarathustra“ hat bewiesen, daß anspruchsvolle Kreativität und Unterhaltung sich nicht ausschließen. Im Gegenteil…
Prinz Stadtmagazin, München
Zarathustra
…das gigantische Spektakel…
Elle Magazin, Deutschland
 
Zarathustra
Wollüstige Umarmung
Nüchterne Fabrikhalle und schwärmerisch-ausschweifende Kunst vereinigen sich in einer wollüstigen Umarmung zum „Festival der Sinne“.
… Ausstatter Reiner Wiesemes hat jede Menge Fahrgeräte und Höllenkluft erfunden als habe er die Bilder von Hieronymus Bosch geplündert, die Erfindung Michelangelos, und damit schafft Voges den Schritt vom Übermenschen zum Übertheater.
…“Zarathustra ist zur Zeit der aufregendste Paradiesvogel in der Münchner Theaterszene…
Unbedingt hingehen.
TZ, München
 
Faszinierendes Tanz – Bildertheater im Hüttenwerk
Zarathustra
Kraftvolles Reigen um den Platz im Leben
… Die Verschmelzung von natürlicher Umgebung, Industrielandschaft, sakralem und musealem Raum war ihm im Rahmen seines mutigen Experiments gelungen.
Die Bilder nehmen von der ersten Minute gefangen und lassen auch lange nach Ende der Vorstellung noch nicht los. Ein Stück über Ängste, Konflikte und Sehnsüchte bot sich den Zuschauern, von denen viele gerne nochmals gekommen wären,…
Passiven Unterhaltungskonsum lassen Voges und sein Ensemble nicht zu…
Bonger Voges Tanz – Bildertheater scheint bestens geeignet, den Menschen hörend und sehend zu machen.
Duisburger Journal
 
Bonger Voges Spektakel „Zarathustra“ in einer riesigen Duisburger Werkshalle aufgeführt
Ein solches Spektakel,… gab es in Duisburg wohl noch nicht zu sehen.
… Zwischenbeifall… Bonger versteht es, Bilder zu erfinden und Kulissen zu nutzen. Unterstützt wird er dabei durch die mal treibende, mal meditative Musik, die Carl Hänggi eigens für diesen „Zarathustra“ komponierte.
Rheinische Post
 
Zarathustra
Mit der Wiederbelebung des Zarathustra-Themas durch ein Tanz-Bildertheater hat der Choreograph und Regisseur Bonger Voges Nietzsches waghalsigen Ideen sinnliche Gestaltung gegeben.
Zu einer gespenstisch faszinierenden Reise ins Bewußtsein bricht Zarathustra, von dem Nietzsche sagt, daß er einhergeht wie ein Tänzer, abermals in unserer Zeit auf. So wie in Bonger Voges`Inszenierung Räume ineinander verschmelzen, gehen auch die Handlungsstränge ineinander über, verbinden sich sonst eigenständige Kunstformen zu einem unbekannten fesselnden Neuen. Objekte, die an Leonardo da Vinci, den “Höllenbreughel“ oder die Symbolwelt Freuds erinnern – korrespondieren auf höchst faszinierende Weise mit Elementen der darstellenden Kunst. Hysterisch hingeschleuderte Monologe konstrastieren eskalierende Tanzsequenzen. Assoziationen zu berühmten Stummfilmen wie Nosferatu werden geweckt. Das Bühnenbild in der Halle versetzte in die kühle Strenge und ehrfurchtgemahnende Stille von Kirchen. Eine Verbindung aus sakralem und musealem Raum entsteht. Wirklich dreidimensionales Theater. Doch nicht diese Konzeption allein macht den Zuschauer schaudern. Die Kühnheit der Gedanken steht dem visuell-emotionelen Erleben in nichts nach. Die Duisburger Weltpremiere nahm von der ersten Minute an gefangen und ließ den Zuschauer nach der letzten Minute lange noch nicht los. „Wahrheit ist der Wille, Herr zu werden über das Vielerlei der Sensationen“ schrieb Friedrich Nietzsche. Bonger Voges verkörpert diesen Willen und macht wahrhaft sensationelles Theater…
Pierot Kunstmagazin, Deutschland
 
Zarathustra
… so müßte es sein, wenn Peter Greenaway und Richard Wagner Ben Hur verfilmen:
Süddeutsche Zeitung
 
Der sinnliche Mönch
Bonger Voges ist Münchens Magier von Kultur und Kommerz…
Gastgeber der „Avantgarde für die Massen“…
In einem monströsen Bilderreigen wird der Zuschauer zu dröhnender Musik und Textpassagen des Original -Zarathustras von Station zu Station durch die Zeiten geleitet, vom Altertum durchs Mittelalter in die Renaissance.
Münchner Stadtmagazin
 
Zarathustra
Theater im Hüttenwerk
… eines der spektakulärsten Projekte der 15. Duisburger Akzente…
Bildzeitung
 
Macht der Sinne
Hallen in München. Ein Trauerspiel. In leerstehenden Industriegebäuden läßt Bonger Voges noch einmal jene Kultur aufblühen, die so radikal abgewürgt wurde.
… Die Cheographie von Bonger Voges und Angelika Meindl entfesselt einen Rausch der Bilder. Ein Sturm auf die Sinne. …
Ein Klang-Bild-Feuerwerk mit blutsamtrot gekleideten Königinnen,… phantastische Fortbewegungsmaschinen… München Premiere: das gegantische Spektakel „Zarathustra“.
Prinz Stadtmagazin, München
 
Theatersensationen im Hochofenwerk
… Das gigantische Projekt, das vom Kultusministerium, vom Kulturreferat München und diversen anderen Sponsoren gefördert wird, setzt auf dem Gelände der Internationalen Bauausstellung neue Maßstäbe.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
 
Welturaufführung von „Zarathustra
… die wohl spektakulärste Theatershow der Duisburger Akzente:
… expressives Avantgardetheater.
NRZ
 
Duisburger „Zarathustra – Spektakel“
… eine apolkalyptische Götterdämmerung – Szenerie…
Reiner Wiesemes schuf skurille Fahrzeuge, geflügelte Fantasiegebilde aus einer anderen Welt…
NRZ
 
Zarathustra“ als Tanztheater in Stahllagerhalle
Negertheater – Chef Bonger Voges feierte Nietzsches Propheten – Protagonisten in einer bombastischen tönenden Bilderschau anläßlich des „Festivals der Sinne“. Die ehemalige Stahllagerhalle… verwandelte sich… beeindruckend die Objekte und Kostüme von Reiner Wiesemes in eine Kultstätte des Zeitgeistes.
… ein atemverschlagendes Bild…
Merkur, München
 

FESTIVAL DER SINNE

Auf zum Fest der Sinne!
Theater & Performance mit Bonger Voges
Mit verführerischer Akrobatik lockt diese junge Dame Foto zum „Festival der Sinne“, das sich Bonger Voges, einer der kreativsten Köpfe der freien Münchner Theaterszene, ausgedacht hat…
Abendzeitung, München
 
DIE MACHT DER NACHT
„…Bonger Voges ist derzeit mit seinem Tanztheater „Spiele des 3. Millenniums“ der absolute Hit in München…“
Playboy Magazin, Deutschland
 
TANZTHEATER Little pleasant Alice

Little pleasant Alice
Mädchen aus Zucker und Sekt
Tanztage im Gasteig: Heute mit Bonger Voges‘ „Little pleasant Alice“… schillernde Performance… In der Choreographie werden die komplizierten, teils autobiographischen Beziehungen des Buches, weit klarer herausgearbeitet, reduziert auch Archetypen, arrangiert nach einem mathematisch-philosophischen Schach-System… Getanztes Zeitgeist-Märchen…
TZ, Feuilleton München
 
Little pleasant Alice
Traumschönes Märchenspiel

Mit verblüffender Perfektion, hochgestylter Eleganz und überbordender Ausstattungs-Phantasie macht das Tanztheater Neger seine Produktionen immer wieder zum Ereignis. „Little pleasant Alice“ ist der neueste Coup… Wie ein Wesen vom anderen Stern beobachtet sie die schillernden Rituale, die Bonger Voges auf einem Spiegel-Schachbrett Christoph Simons tanzen läßt. In der glänzenden Lichtgestaltung von Eric T. Schlaeger bewegen sich wundersam bizarr verkleidete Gestalten Kostüme: Branislava Kokol nach einer brillianten Toncollage Carl Haenggi und Stephan Massimo in spiegelbildlicher Verdoppelung. Ein nachtschwarzes, traumschönes, abstraktes Märchen – Planspiel, in dem bisweilen Schlemmers Triadisches Ballett herumspukt…
Abendzeitung, München
 
Tanztendenz München: „Little pleasant Alice
Zusammen mit dem Komponisten Haenggi und Massimo, dem Bühnenbildner Simons, den Kostüm- und Objektdesignerinnen Kokol und Kümpfel ist ein imposantes Spektakel entstanden… wunderland-schön… Phantasie-Figuren… riesige rot-schwarze trippelnde Tüll-Blumen, Spiegelschnaken auf langen, hohen Beinen, die schwarze Königin… Triadische Bauhaus-Ritter… Diese in Eric T. Schlägers Theaterlicht flirrende Bilderspiel hat seinen optischen Reiz… soviel Ausstattungsphantasie…
Münchner Merkur
 
Little pleasant Alice
Mythos, Märchen und Zeitgeist
In dieser schillernden Kombination feiert die neueste Produktion des Tanztheater Neger „Little pleacant Alice“ die verschiedensten Spielarten des Phantastischen
…erzählte Figurenvielfalt wird verdichtet zu prägnanten Archetypen. In Alices Lieblingsspiel „Tun wir doch so als ob“, im Vexierspiegelkabinett ihrer Traumwelt geraten herkömmliche Begriffe und Werte aus dem Gefüge, verliert sich jede Ordnung im Chaos. An ihrer Stelle treten irrationale Elemente und emotionale Eruptionen. Alles ist anders und alles ist neu. Doch nicht nur inhaltlich, sondern auch formal wird das Moment der Überraschung bestimmend. Traditionelle Elemente klassischer Musik und überkommender Tanzformen werden mit avantgardistischen experimentellen Formen vereint, Kostüm und Maske sind nicht untergeordnete Hilfsmittel, sondern bedeutungsvoller Bestandteil eines irisierenden Ganzen.
…Die schillernden Tänzer einer phantastischen Traumwelt…
München Journal
 
Little pleasant Alice
…auch bei diesem Schauspiel arbeiten Tänzer-, Licht-, Objekt- und andere Künstler gleichrangig nebeneinander und realisieren ein harmonisches Zusammenspiel. … poetische Kostüme und skurrile Panzerkorsette, der Stoff des Märchenthemas bot viel Spielraum für Einfallsreichtum und Gestaltungskunst. … Kostümbildnerin Branislava Kokol, die mit ihrer Ausstattungs-Phantasie ein Traum-Märchen auf die Bühne zauberte.
Mode, Special, Hamburg
 
Little pleasant Alice
Spiritualität beim Ballett

Tanz in die Zukunft…
Mit Sicherheit tut Bonger Voges etwas für ein „neues Bewußtsein“. Aber was er dafür tut und wie er es tut – das paßt in keine Schublade.
Esotera Magazin, Deutschland
 
Little pleasant Alice
Tradition und Avantgarde, Klassik und Moderne vereinen sich in Musik und Tanz. Alle Grenzen sind fließend, Phantasie ist machbar… Mit symbolträchtigen Objekten, archaisch, mythischen Elementen und last not least den von Münchens eigenwilliger Modemacherin Branka Kokol angefertigten Kostümen, die eine spannende Mischung metallener Schwere und farbiger Leichtigkeit zeigen, entsteht ein Gesamtkunstwerk, das weit mehr ist, als fröhlicher Tanz um kindlicher Phantasie. Die Realisierung des Projekts in dieser Form ist nicht zuletzt ein Verdienst der von der Stadt getragenen Initiative „Tanztendenz München“…
Szene München


FOTOINSZENIERUNG zu Männertänze, Mörder,… Fesselhain
 
 
Tanz den Adolf Hitler !?
Das deutsche Feuilleton
„Auf der Suche nach Deutscher Identität
Der Münchner Theaterregisseur Bonger Voges nimmt keine Rücksicht auf das herrschende Denkverbot. Sein Material sind alte germanische Mythen – trotz und wegen der Vereinnahmung durch das dritte Reich“…
Magazin Wiener, Titelstory
 
Gewagt
Theaterregisseur Bonger Voges und Fotografin Monika Robl inszenieren für den WIENER eine Orgie aus Blut, Boden und Magie. Er sucht gleichzeitig die Harmonisierung des deutschen Urkonfliktes – der unheiligen Dominanz des männlichen Prinzips über das Weibliche. Jetzt im Wiener: Der neue Germanenkult.
Magazin Wiener, Sonderbeilage Stern etc.
 
TANZTHEATER MÖRDER,…

Mörder
2. Tanztage in München
„Mörder… , eine spannende Mischung aus Archaisch – Düsterem und moderner Leichtigkeit.“
Stadtzeitung München
 
Mörder
2. Tanztage in München
„Mörder… , eine spannende Mischung aus Archaisch – Düsterem und moderner Leichtigkeit.“
Stadtzeitung München
 
Mörder,… Documenta Kassel
Theaterleiter, Choreograph und Tänzer ist Bonger Voges, der seine Auffassung des expressionistischen Tanztheaters stark in Szene setzt. Diese Plädoyer für die Sprache des Körpers und für die Ästhetik ist zugleich spannend und seltsam und sollte nicht verpaßt werden.
Info-Tip, Kassel
 
Mörder,…
Die „Tanztage München“ sind in der Negerhalle zu Ende gegangen. Eine echte Vorzeige-Produktion des Neger-Tanztheaters.
tz, München
 
Mörder
Tanzfabrik für Outlaws

…das Münchner Tanztheater Neger verwirklicht eine Kunstform anderer Art. Ein Ballett des expressionistischen Tanztheaters mythischer Inhalte à la Bonger Voges. Erleben ist noch besser, als „nur“ davon lesen.
Herr Schmidt, Würzburg
 
Mörder,…
Als beste Tanztage – Produktion möchte man das Mörder – Stück nach Kokoschkas „Mörder, Hoffnung der Frauen“ des Tanztheaters Neger bezeichnen.
Ballett International
 
Mörder
Die Hingabe ist der Tod

Mond und Mythos, Mut und Moderne mischt das Tanztheater Neger vortrefflich in seiner neuen Produktion „Mörder“. Bonger Voges inszenierte die Reise ins Bedeutungsinnere des Mondes, Jenny Coogan und die anderen fünf Tänzerinnen haben sich furios choreogragraphiert und ertanzt.
AZ-Feuilleton, München
 
Mörder,…
Kokoschkas Ururenkel
Das Tanztheater Neger zeigt die Inszenierung „Mörder“. Das die rauhe Ursprünglichkeit der Negerhalle ein ideales Terrain für Mythisches und Archaisches darstellt, hat das Tanztheater Neger schon mit seinen ersten Inszenierungen bewiesen: „Fesselhain“ ein Stück über Evolution und Geschlechterkampf, und „Männertänze“, zu Ritualen verdichtete Männlichkeitsattribute, waren in allen Einzelheiten auf das Interieur der Halle abgestimmt. Die Funktionalisierung und Integration von Höhen, Tiefen und Flächen eines Raumes finden in „Mörder“ in noch größerem Maße statt als in den Vorgängerstücken. So gestaltet sich zusammen mit den Lichteffekten der Tonregie und der Körpersprache ein komplexes Tanzdrama über das weibliche Prinzip auf reiner Symbolebene. Die sechs Tänzerinnen herausragend die Amerikanerin Jenny Coogan, der auch ein Großteil der choreographischen Leistungen zuzuschreiben ist zeigen Aspekte der Weiblichkeit in wilden Hexentänzen des sich Begehrens und des sich Öffnens,…
Süddeutsche Zeitung
 
Mörder,… Ein wichtiges Thema liefert immer bedeutungsvolle Variationen die Wünsche und Ängste der Frauen
Phantasievolle Kostüme, tänzerische Perfektion… Bühnenbild, Musik, Licht, bewegliche und unbewegliche Objekte und die erotische Darstellung der Tänzerinnen verschmolzen schließlich zu einer mythischen Einheit von Frau und Umwelt.
Kronenzeitung, Österreich
 
Mörder,…“spectrums“ – Frauen & Co.
/die poetische Disposition/bietet gefühlsstarken Zugang/
Und am Abend Atmosphäre total mit dem Münchner Tanztheater Neger…
Kleine Zeitung, Österreich
 
Mörder,…
Kaum jemand, von der SZ bis zur Vogue, der dem Tanztheater Neger unter Leitung von Bonger Voges Vorsitzender, Choreograph jemals Qualität, Ausdruckskraft und Phantasie absprechen würde.
„Mörder“ ist die konsequente Fortsetzung „Fesselhains“ und der „Männertänze“…“
Tempo Magazin, Deutschland
 
Mörder,…
„…In der Inszenierung von Bonger Voges verschmelzen die Musik Stephan Massimo, Carl Haenggi und die Choreographie,… der Bühnenraum und die Lichteffekte zu archaisch schönen Bildern. Bestechend die tänzerische Perfektion,… die Darstellung von eigentümlicher erotischer Brisanz. Durch die Sprache des Körpers gelingt dem Tanztheater NEGER die assoziative Annäherung an das elementar Weibliche. Das Publikum ließ sich gefangennehmen und spendete dem Ensemble begeisterten Beifall…“
TIP Magazin, Kasseler Feuilleton, Documenta
 
Männertänze
L’Arte in Corpo
„II gruppo Neger, secondo un gusto profondamente tedesco, dramatizza insomma con abbondante enfasi tutti i conflitti umani.“
Vanity Magazin, Mailand
 
Männertänze
„…eine provokative mythische, nachmoderne und traditionsbewußte Bildersprache… mit unbeugsamer Konsequenz…“
Tanz Aktuell-D
 
Männertänze
Von Männern und Hirschen
Starke Bilder. Wie schon bei der letzten Neger-Produktion „Fesselhain“, ein umwerfend schönes Bühnenbild Christoph Simons als eigenständige Hallenkunst. Darin getanzt von fünf Darstellern, Zeremonien der Männlichkeit. Das hängt am Pfahl wie der heilige Sebastian, räkelt sich faunisch fast wie Nijinski, balzt einen wunderbar wilden Hirschen von graziler Wucht. Immer neue Bilder zur stimmig lautmalerischen Geräuschkulisse Wolfgang Kreuzer…
tz, Feuilleton, München
 
Archaische Kraft – „Männertänze
Pastorale Zeiten vor dem Sündenfall, Männer unter sich, als das Magische noch herrschte, weil der Mensch in die Natur eingebunden war, fähig ihre stumme Sprache zu hören, fähig, wie die Tiere zu reden… das beschwören die „Männertänze“. Sie sind eine Reise der Erinnerung, die Wiederentdeckung der Wurzeln im Bauch. So kann Tanztheater sein, so voller Konzentration und Intensität. Beim Tanztheater Neger entsteht Spannung durch totale Präsenz. Bilder und Stolz und Wut: …“Männertänze sind auch ein Plädoyer für die Sprache des Körpers, für die Ästhetik und schließlich vermitteln sie eine ganz eigene Erotik. Umwerfend spannend und gut.“
Münchner Stadtzeitung
 
Männertänze
Bonger Voges „Skulpturellen Tanz“ nennt er seine langsam-monotonen bis wild-ekstatischen Bewegungsabläufe: in Szene gesetzte Ur-Riten und Rituale aus der germanischen Mythologie. Kein Zweifel: Bonger Voges`Gruppe „Tanztheater Neger“ paßt in keine Kategorie, ist vom klassischen Ballett genauso entfernt wie von zeitgenössischer Choreographie.
Vogue Magazin, Deutschland
 
Männertänze von Target Film München wurde von der Bundesfilmbewertungsstelle mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet.
Target Film
 
Negerhalle: Freudvolle „Männertänze„, Rituale voll Kraft und Schönheit
Sie sind neugierig und gucken unverfroren hinter der Väter Tabus… Das Bühnenbild Christoph Simons in der rauhen Mauerwerkhalle ist so schön wie erschreckend… Unverfrorenund durchaus fasziniert zitieren Voges/Blauenstein für Ihre „Männertänze“ germanische Rituale von Kraft und Schönheit. Ein neuer romantischer Expressionismus meldet sich zu Wort in feierlichen, langsamen Bildbewegungen. Das sind sehr professionell und ausgesprochen lustvoll figurierte Macho-Rituale, mit denen sich diese junge Truppe abhebt vom zeitgenössischen Schicki-Micki-Getue. Ernst und freudvoll scharren sie an verdrängten Wurzeln.
AZ, Feuilleton. München
 
TANZTHEATER Fesselhain

Fesselhain
Tanztage München

Die sicherlich eigenwilligste Aufführung war das Heimspiel des Tanztheaters Neger. In spannenden Bildern zeigte „Fesselhain“ von Bonger Voges auf archaische Grundverhaltensmuster und Rituale reduzierte Bewegungen im Spiel mit Fesseln und Bindungen, beschrieb die Sehnsucht nach Urzuständen, nach mystischen Bräuchen der Unterwerfung und der Hingabe. Musik, Licht und Bühne fügten sich nahtlos in den ausdrucksstarken Tanz.
Schwätzer! , München
 
Fesselhain
Die Wucht des Mythos

… Kriegermythos und sexueller Rausch paaren sich. … Hingabe und Schmerz, Lust und Unterwerfung, Sexualität und Gewalt, Leidenschaft und Macht, das liegt alles nah beieinander. Religiöse Erfahrungen können und viel davon lehren, wie die äußere freiwillige Unterwerfung und Fesselung ungeahnte innere Kräfte freisetzen und Grenzen überschreiten läßt. Die Mystiker des Mittelalters erzählen bis heute davon.
taz, Hamburg
 
Fesselhain
Gesamtkunstwerk mit Tanz und Fesseln

Fesselndes Theater wörtlich. Fabelhaft der Raum von Christoph Simons.
Fesselungen, verfremdet und ausbalanciert zwischen Aggression und raffinierter Erotik, Kriegsspiele und Rollenspiele der Geschlechter: manchmal Bilder von beschwörender Kraft, überzeugende Tanz-Metaphern in der Umsetzung archaischer, archtypischer Gefühle in ritualisierte Bewegungen.
tz, Feuilleton, München
 
Fesselhain
„stürzen, fallen, sich winden“

Alles sehr verwirrend. Bonger Voges hat diese Evolutionsgeschichte mit dem Hauptthema Hingabe exakt in Szene gesetzt. Seine jungen Darsteller vermögen Ihre Zuschauer zu fesseln. Man muß sich einlassen auf diese Art Tanztheater, dann löst sich die anfängliche Verwirrung.
Münchner Theaterzeitung
 
Fesselhain
Von Bewegung zum Objekt

Das Tanztheater Neger… ist eine erstaunlich inspirierte und wohl einzigartige Erscheinung. So harmoniert etwa auch das von Christoph Simons konzipierte, spärliche Bühnenbild zu „Fesselhain“ atmosphärisch wie optisch sowohl mit der Dekadenz und der Kargheit der bis in den Giebel etwa zwölf Meter hohen Halle als auch mit den magisch – kultischen Elementen des Stückes.
Süddeutsche Zeitung, Feuilleton
 
Fesselhain
“ … Tanz-Wagnis von Voges in München“

… von Christoph Simons… zur eindrucksvollen kühlen Kultstätte verwandelt,…
Münchner Merkur
 
Fesselhain
“ … die jungen Wilden des Tanzes…“

… eine mystisch sinnliche Collage… Eine seltsame, abstoßende und doch faszinierende Kunst betreibt dieses Ensemble.
Die Welt
 
Fesselhain
„Cette année, peut-être la surprise viendra-t-elle d’Allemagne: Tanztheater Neger.“
Paris le Magasine, Paris
 
Sinnliche Hingabe – „Fesselhain
Mitunter sehr brutale Bilder ertanzt das Tanztheater Neger. Der „Fesselhain“ zeigt Ursprünglichstes. Er versucht, sinnliche Erfahrungen einfach und klar ins Bewußtsein zu rufen. „Fesselhain“ ist modernes Theater, und die Bilder sind nicht nur übertragbar, sondern zeitlos. Ein Stück, das jede Form von Lust legitimiert, um gleichzeitig Disziplin zu fordern.
Münchner Stadtzeitung
 
Fesselhain
„… Ansturm auf das Sommertheater… Fesselungs- und Entfesselungskünstler…“
Hamburger Abendblatt
 
Fesselhain
„…Voges sind zu dieser tänzerischen Fesselungs- und Entfesselungsorgie ungewöhnliche Bilder eingefallen. Das Ensemble agiert ekstatisch – expressiv, gibt sich diesem Opfertanz mit Leib und Seele hin…“
Hamburger Rundschau
 
Fesselhain
„… Als Beispiel für die beachtliche Qualität der hier entstehenden neuen Produktion möge die Tanz-Performance „Fesselhain“ Foto des Tanztheaters NEGER in der Choreographie von Bonger Voges und mit dem spärlich suggestiven Bühnenbild von Christoph Simons stehen…“
Cosmopolitan Magazin, Deutschland
 
„…Feuer unterm Hintern“
…das Münchner Tanztheater „Neger“ gehört zu den Besten…“
Der Spiegel Magazin, Deutschland
 
The German Negro
„…to strip off civilisations limits…LEARN from Past. LIVE for the present, SPARE A THOUGHT for the future…“
I-D, London
 
Fesselhain
„…Tanz in Paris…

Ein Balett der Grausamkeit frei nach Artraud…“
Neue Züricher Zeitung
 
Fesselhain
„Gesamt-Kunstwerk mit Tanz in Fesseln“
„…Fesselndes Theater, wörtlich… Fabelhaft der Raum… Darin eine tänzerische Evozierung urtümlicher Riten und Rituale…“
tz, München
 
Fesselhain
Fesseltänze für den Heidengott
„…besticht die Choreographie von Bonger Voges ohne Schwulst mit einer Symbolsprache, die er aus den Urgründen der Naturvölker ausgegraben hat. Ein eindrucksvolles Bild innerhalb der Kampfspiele… Durchweg fesselnd, viel Applaus.“
Münchner Wochenblatt
 
TANZTHEATER Fesselhain
…erinnerungswerte Vorstellungen bei den „Tagen des experimentellen Theaters“. Bonger Voges „Tanztheater Neger“ mit „Fesselhain“…
Abendzeitung München
 
Fesselhain
Münchner Theaterfestival

Schaurig schöner düsterer Theaterabend. Dem Bühnenbild gebührt ein besonderes Lob. Es ermöglicht dem Zuschauer sich sofort in den Mythos einzuleben, innerlich selbst Teil dieses Mythos zu werden. Die Tänze wirken kraftvoll und urwüchsig.
59 to 1, Musikmagazin