Frei nach Oskar Kokoschka Mörder, Hoffnung der Frauen

Bonger Voges, Theaterleiter, Choreograph und Tänzer, entwickelte das Stück "Mörder, ..." als konsequente Fortsetzung seiner künstlerischen Arbeit, die bereits mit FESSELHAIN und MÄNNERTÄNZE große Beachtung bei Publikum und Kritik gefunden hat. Seine Auffassung des expressionistischen Tanztheaters gründet sich auf die Tradition des modernen europäischen Tanztheaters und vermittelt auf dieser künstlerisch-technischen Grundlage archaische, mythische Bildinhalte.

In seinem neuen Stück Mörder, ... greift er auf die Mondmythen zurück: die alten überlieferten Imaginationen – im Sinne von Magie – des ägyptischen Isis und Osiris Mythos, des germanistischen Baldr und Freyr Mythos, der Märchenwelt und der Poesie der persischen Dichterin Tabi´a aus dem 8. Jahrhundert.

Während den MÄNNERTÄNZEN das männliche Prinzip thematisch zugrunde lag, verweist MÖRDER, ... auf das weibliche Prinzip: das des Mondes und der Nacht. Der Titel des Stückes, der sich an den Einakter "Mörder, Hoffnung der Frauen" von Oskar Kokoschka anlehnt und dem auch die Arientexte entnommen wurden, setzt weitreichende Assoziationen von Gewalt und Blut frei. Der Tod ist Grundprinzip von Wiedergeburt und Erlösung, von Wandel und Veränderung – das Blut gegenwärtiger, elementar weiblicher Stoff. Beide korrelieren mit dem Mond und stellen die Grundlage der Mondmythen dar.

"Ich habe Dich, Gott, zum Geliebten meines Herzens gemacht,
Aber mein Körper ist zugänglich denen, die seine Gesellschaft begehren.

Und mein Körper ist freundlich gegen seine Gäste
Aber der Geliebte meines Herzens ist der Gast meiner Seele."

Rabi´a